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Urologie 28. Februar 2014

Von Antibiotika bis Akupunktur

Harnwegsinfekte: Prophylaxen im Vergleich.

Rezidivierende Harnwegsinfekte lassen sich mit einer Reihe vorbeugender Maßnahmen bekämpfen, von der Antibiotikaprophylaxe bis zu Cranberries und Akupunktur. Was sie im Einzelnen bewirken, haben US-Forscher untersucht.

In einer Modellstudie hat eine Arbeitsgruppe um die Infektiologin Samantha Eells von der Harbor-University in Los Angeles fünf Verfahren untersucht, die ständig wiederkehrenden Harnwegsinfekten (drei und mehr Episoden pro Jahr) von Frauen vorbeugen sollen: tägliche prophylaktische Einnahme von Nitrofurantoin, tägliche Östrogenprophylaxe, tägliche Einnahme von Cranberrypräparaten, Akupunktur und symptomgesteuerte antibiotische Selbstmedikation der Patientinnen nach Bedarf ( Eells SJ et al.: Clin Infect Dis 2014; 58 ).

Deutlich weniger Episoden

20 einschlägige Studien gelangten in die Auswertung. Ausgehend von drei Episoden pro Jahr, senkt die Nitrofurantoin-Gabe laut den Berechnungen von Eells und Kollegen die Zahl der jährlichen Harnwegsinfekte auf durchschnittlich 0,4 pro Jahr. Die Östrogenprophylaxe erreicht eine Verminderung auf 1,1, ebenso die Einnahme von Cranberrypräparaten. Akupunktur drückt die Episodenzahl auf 0,7 – die eigentliche Überraschung der Studie. Ein Publikationsbias sei nicht auszuschließen, meinen die Forscher, da es weniger Studien zu diesem als zu den anderen Verfahren gegeben habe. Keine Reduktion der Häufigkeit von Harnwegsinfektionen ist mit der bedarfsgesteuerten Selbsttherapie der Patientinnen zu erreichen.

Die Modellkalkulationen, die von acht Infektionen pro Jahr ausgehen, führen zu einer ähnlichen Verteilung: Verminderung auf 1,3 Episoden unter der Prophylaxe mit Nitrofurantoin, 3,1 unter Östrogen, 4,4 unter Cranberries, 2,8 unter Akupunktur und 8 unter symptomorientierter Selbstbehandlung.

Daten für die Wahl der Prophylaxe

Die Ergebnisse sind angesichts der weiten Verbreitung des Problems für die tägliche Praxis nicht unerheblich. Schätzungsweise zehn bis 13 Prozent der Frauen erkranken jährlich an einem Harnwegsinfekt, 20 bis 30 Prozent von ihnen ereilt binnen eines halben Jahres eine zweite Infektion, und für drei Prozent ist die zweite Episode nicht die letzte. Eells und ihr Team glauben, den Betroffenen und ihren Ärzten nun Daten an die Hand geben zu können, die die Entscheidung für die eine oder andere Prophylaxetaktik erleichtern.

springermedizin.de, Ärzte Woche 10/2014

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