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Urologie 18. Jänner 2014

Erektionsstörungen: Bei Jüngeren kein arterielles Problem

Dass die erektile Dysfunktion (ED) vor allem auf einer arteriellen Einflussstörung beruht, scheint zumindest bei jungen Männern unwahrscheinlich.

Etwa 40% der Männer um die 40 sind von mehr oder weniger schweren Formen einer ED betroffen. Pro Dekade steigt die Prävalenz um weitere 10%. Als altersunabhängige Ursache nahm man lange eine veno-okklusive Dysfunktion (CVOD) oder eine erhöhte Durchlässigkeit der Venen (venöses Leck) an. In den letzten Jahren mehren sich auch Berichte über eine endotheliale Dysfunktion als frühen Hinweis auf eine sich anbahnende Atherosklerose, die als Hauptursache der ED gesehen wird.

Inwieweit arterielle Gefäßerkrankungen schon im frühen Stadium der ED eine Rolle spielen, untersuchten kalifornische Ärzte. Sie werteten die Doppler-Ultraschall-Bilder von 23 ED-Patienten zwischen 18 und 49 Jahren aus.

Wenn vaskulär, dann meist venös

Nur bei einem der 23 Patienten, einem 46-Jährigen, zeigten sich Anzeichen für eine arterielle Gefäßerkrankung (systolische Spitzenflussgeschwindigkeit, PSV ≤25 cm/s in beiden Schwellkörperarterien). Bei einem anderen Probanden war nur eine Arterie des Corpus cavernosum betroffen. Wurde als Cut-off-Wert eine PSV von ≤35 cm/s beidseitig angesetzt, fielen insgesamt drei ED-Patienten in die Kategorie „arterielle Gefäßerkrankung“.

Auch die Weitstellung der Schwellkörperarterien um ≥50% durch vasoaktive Substanzen war bei allen Männern bis auf zwei möglich. Bei 9 der 15 Patienten, bei denen eine dynamische Infusionskavernosometrie durchgeführt wurde, zeigte sich eine erhöhte Durchlässigkeit der Venenwände.

Eine Befragung ergab: Nahezu alle Männer hatten zu Beginn der Störung Probleme mit dem Aufrechterhalten einer Erektion, was ebenfalls mehr für eine CVOD als für eine arterielle Einflussstörung spricht.

Vor diesem Hintergrund sei, so die Autoren, die endotheliale Dysfunktion als Hauptverursacher der ED neu zu überdenken. Denn die meisten Studien zur ED wurden mit Männern über 50 und entsprechender Vorbelastung der Gefäße durchgeführt.

Rajfer J et al.: Int J Impot Res 2013; 25: 217–220

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