zur Navigation zum Inhalt
 
Urologie 9. November 2005

Der Harnröhre wieder neue Kraft geben

Die Dyslipidämie ist der Schlüssel für das besonders hohe Risiko für arteriosklero-tische Folgeerkrankungen bei Diabetikern. Erste klinische Erfolge mit Statinen bei Patienten mit Diabetes ließen hoffen. Nun liegt mit CARDS (Collaborative Atorvastatin Diabetes Study) erstmals eine Statinstudie vor, die ausschließlich an Diabetikern durchgeführt wurde.

Beckenbodentraining oder Operation? Im wesentlichen hatten von Harninkontinenz betroffene Frauen bisher nur die Qual der Wahl zwischen diesen beiden Möglichkeiten. Das Beckenbodentraining wird in erster Linie bei leichten und mittelschweren Formen der Belastungsinkontinenz angewandt. Versagt diese konservative Therapie, ist eine Operation das Mittel der Wahl. Ab Herbst 2004 wird mit Duloxetin erstmals auch eine medikamentöse Alternative zur Verfügung stehen. „Frühere Versuche, die Belastungsinkontinenz mit Medikamenten in den Griff zu bekommen, waren wenig erfolgreich“, erklärte Hofrat Prof. Dr. Helmut Madersbacher, Leiter der Neuro-Urologischen Ambulanz, Univ.-Kliniken Innsbruck, bei einer Pressekonferenz in Wien. „Die bei Dranginkontinenz eingesetzten Medikamente zeigten keine Effektivität bei Belastungsinkontinenz. Mit einem neu auf den Markt gekommenen Wirkstoff scheint diese Erkenntnis erstmals durchbrochen zu sein.“ Eine Reihe von Studien sei vielversprechend verlaufen. Unter den drei Formen der Harn-inkontinenz (siehe Kasten) ist die durch Belastung verursachte am häufigsten. „Von einer Harninkontinenz sind etwa 850.000 Österreicherinnen betroffen, nur fünf Prozent davon suchen allerdings einen Arzt auf“, sagte Prof. Dr. Engelbert Hanzal, OA an der Abt. für Gynäkologie und Geburtshilfe der Univ.-Klinik für Frauenheilkunde im AKH-Wien, bei der Pressekonferenz. Bei rund 40 Prozent der Fälle handle es sich um eine reine Belastungsinkontinenz, bei insgesamt rund 90 Prozent sei diese Form zumindest mitbeteiligt.

Harninkontinenz in Österreich

Belastungsinkontinenz betrifft Frauen aller Altersgruppen, die Prävalenz nimmt mit dem Alter zu. Im Zuge einer Studie von Doz. Dr. Stephan Madersbacher wurde im Rahmen der Gesundenuntersuchung von 1.262 Frauen ein Fragebogen zu verschiedenen Aspekten einer Harninkontinenz ausgefüllt. In diesem Fragebogen war Harninkontinenz definiert als jeglicher unfreiwilliger Harnverlust in den letzten vier Wochen. Die Frauen waren zwischen 20 und 86 Jahren alt. Die Häufigkeit einer Harninkontinenz stieg kontinuierlich mit zunehmendem Lebensalter an. Insgesamt gaben 26% der Frauen (n=332) Symptome einer Harninkontinenz an. „Extrapoliert man diese Daten altersjustiert auf die Bevölkerung Österreichs, so leben derzeit etwa 850.000 Frauen mit einer Harninkontinenz, alleine etwa 180.000 in Wien“, fasste Hanzal zusammen. Im Rahmen der Prävalenzstudien von Madersbacher wurde auch die Beeinträchtigung der Lebensqualität untersucht. „86 Prozent der Frauen mit Belastungsinkontinenz leiden darunter“, fasste Prof. Dr. Anita Rieder, Institut für Sozialmedizin der medizinischen Universität Wien, bei der Pressekonferenz die Ergebnisse zusammen. Wenn die Belastungsinkontinenz aus Scham verschwiegen und nicht behandelt werde, bedeute das eine enorme Ein-schränkung der Lebensqualität der betroffenen Frauen. Um ein Bewusstsein für das Thema zu schaffen und Maßnahmen zu setzen, die eine Früherkennung und Frühtherapie unterstützen, wurde das „Forum BELA“ gegründet.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben