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Urologie 12. August 2013

Neue Hoffnung für Menschen mit überaktiver Blase

Beta3-Agonist erweist sich in Phase III als effizient.

Jeder dritte Österreicher über 65 Jahre ist davon betroffen: Eine überaktive Blase mit ständigem, unangenehmem Harndrang. Jetzt gibt es neue Hoffnung für die Betroffenen.

Unter maßgeblicher Mitwirkung der Forscher an der klinischen Abteilung für Allgemeine Gynäkologie und gynäkologische Onkologie der MedUni Wien und des AKH Wien unter der Leitung von Prof. Dr. Heinz Kölbl wurde in einer multizentralen, weltweiten Phase III-Studie gezeigt, dass ein Beta3-Agonist als effizientes Medikament gegen die überaktive Blase eingesetzt werden kann.

„Der Vorteil gegenüber den bisherigen Medikamenten gegen die überaktive Blase, den sogenannten Antimuskarinika, ist, dass der Beta3-Agonist Mirabegron ein günstigeres Nebenwirkungsprofil zeigt“, erklärt Kölbl, der seit 15 Jahren in die Entwicklung dieser Therapie mit eingebunden ist. Großer Nachteil bei den derzeit gängigen Antimuskarinika ist eine einher gehende, starke Mundtrockenheit.

Eine überaktive Blase äußert sich ähnlich wie bei einer Blasenentzündung, bloß ohne Infektion: Es besteht der ständige Drang, zu urinieren. Kölbl: „Daraus entstehen in vielen Fällen schwere soziale und persönliche Probleme. Das kann bis zur sozialen Isolation der Betroffenen führen.“ Bei Männern kommen oft auch Beschwerden an der Prostata dazu.

In der aktuellen Studie mit 5.000 männlichen und weiblichen Probanden, an der sowohl Gynäkologen als auch Urologen der MedUni Wien beteiligt waren, wurde der Beta3-Agonist als effizientes Mittel gegen die überaktive Blase identifiziert: Der Wirkstoff stoppt die ständige Muskelkontraktion der Blase und sorgt damit für eine deutliche Verminderung der Beschwerden – auch im Vergleich mit Antimuskarinika.

Blasen- und Darmschwäche sind Erkrankungen, die etwa 25 Prozent der Bevölkerung betreffen, mit steigendem Alter steigt die Quote auf 33 Prozent. Frauen sind generell häufiger betroffen als Männer. Als Risikofaktoren gelten neben dem Alter unter anderem Schwangerschaft und Geburt, Übergewicht, eingeschränkte Mobilität im Alter, Diabetes, die Einnahme von Östrogenen nach dem Wechsel, Alzheimer oder Depressionen.

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