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Stoßwellentherapie verbesserte das Liebesleben der Probanden.
 
Urologie 24. Oktober 2012

Anstoß erregend

Extrakorporale Stoßwellen helfen bei erektiler Dysfunktion.

Seit mehr als zwei Jahrzehnten ist bekannt, dass Extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) die Angiogenese fördert. Für israelische Urologen lag es nahe, das Verfahren auch bei erektiler Dysfunktion zu prüfen.

Was in einer vorangegangenen Pilotstudie erstmals festgestellt wurde, bestätigen jetzt die Ergebnisse einer randomisierten Doppelblindstudie: Signifikant mehr Männer sind aufgrund dieser gut verträglichen Behandlung mit ihrem Geschlechtsleben wieder zufriedener als Männer, bei denen zwar auch ein Schallkopf verwendet, die ESWT selbst aber nur vorgetäuscht wurde.

Studiendesign

In die israelische Studie wurden 67 heterosexuelle Männer aufgenommen, die eine erektile Dysfunktion hatten und zuvor auf eine Behandlung mit einem oralen PDE-5-Hemmer ansprachen. Die Männer waren zwischen 27 und 77 Jahre alt (median 58 Jahre). Das Präparat wurde einen Monat vor der ESWT niedriger Energie abgesetzt. Für die Auswertung der Studie standen Daten von 40 Männern nach einer ESWT zur Verfügung sowie von 20 Patienten, bei denen die Stoßwellentherapie nur vorgetäuscht wurde.

Die ESWT-Behandlung erfolgte jeweils an fünf Stellen des Penis durch 300 Stoßwellen mit einer Energiedichte von nur 0,09 mJ/mm2 über einen Zeitraum von 15 Minuten. Behandelt wurde insgesamt neun Wochen lang mit zwei Anwendungen pro Woche und drei Wochen Pausen nach den ersten drei Therapiewochen. Wegen der geringen Energie war eine systemische oder lokale Analgesie nicht erforderlich.

Erfolg schon nach zwei Wochen

Zur Beurteilung der Erektionsstörung verwendeten die Urologen den IIEF-EF-Domain-Fragebogen. Wie sie berichten, wurden in der ESWT-Gruppe zwei Wochen nach der Behandlung signifikant mehr Punkte erreicht als in der Vergleichsgruppe: 19 Patienten, bei denen vor der Therapie kein Geschlechtsverkehr klappte, waren nach der Behandlung in ihrem Bemühen wieder erfolgreich. In der Vergleichsgruppe war das bei keinem Patienten der Fall.

Allerdings räumten die Urologen ein, dass die Verbesserung im IIEF-EF-Score nach der ESWT-Behandlung nicht so stark war wie die nach Einnahme eines PDE-5-Hemmers.

Hämodynamik deutlich verbessert

Die Autoren haben sich darüber hinaus auch die Hämodynamik genauer angesehen. Der maximale postischämische Blutfluss im Penis lag in der ESWT-Gruppe mit 8,2 versus 0,1ml/min/dl signifikant höher als bei Männern der Vergleichsgruppe. Diese Veränderung ging mit einem verbesserten IIEF-EF-Score einher. Fazit: Aufgrund dieser Resultate sowie der breiten Verfügbarkeit und guten Verträglichkeit scheint die ESWT eine geeignete Therapieoption bei erektiler Dysfunktion zu sein.

Quelle: Vardi Y et al.: J Urol 2012 ; 187 (5): 1769-75

springermedizin.de/ple/CL, Ärzte Woche 43/2012

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