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Urologie 10. September 2012

Stress mit der Blase schlägt aufs Gemüt

Harndrang, Nykturie und Inkontinenz können zu manifesten psychischen Problemen führen.

Die Angst, es nicht rechtzeitig zur Toilette zu schaffen, beherrscht bei vielen Patienten mit überaktiver Blase (OAB) den Alltag.

Die Betroffenen wagen sich oft kaum mehr aus dem Haus, aus Sorge, in der Öffentlichkeit einzunässen. Hinzu kommen Erschöpfung und Tagesmüdigkeit als Folgen des nächtlichen „Rausmüssens“.

Im Rahmen der EpiLUTS-Studie (Epidemiology of Lower Urinary Tract Symptoms) wurden Daten von 20.000 US-Amerikanern ausgewertet. Unter OAB litten 4.500 Frauen und 2.500 Männer. Sie zeigten insgesamt signifikant häufiger klinisch relevante Ängste und Depressionen mit jeweils mindestens acht Punkten im HADS (Hospital Anxiety and Depression Score).

Blasenbeschwerden, vor allem der Harndrang, die Nykturie und die Dranginkontinenz, waren auch mit überdurchschnittlich häufigen Arztbesuchen assoziiert. Dabei kam es vor allem bei den Frauen sehr darauf an, inwieweit die Beschwerden subjektiv als störend empfunden wurden. Dies war bei 68 Prozent der weiblichen und 60 Prozent der männlichen OAB-Patienten der Fall. Am lästigsten war für die Betroffenen der Harndrang. Unter dem Stress, den ihnen ihre Blase bereitete, litt die Lebensqualität der Studienteilnehmer deutlich: In einem entsprechenden Fragebogen erzielten die OAB-Patienten signifikant schlechtere Werte.

Quelle: Milsom I et al.: Urology 2012; 80 (1): 90–96

springermedizin.de, Ärzte Woche 37/2012

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