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Urologie 14. August 2012

Hämorrhoiden taugen hinten und vorne nichts

Erhöhtes Risiko für erektile Dysfunktion.

Hämorrhoiden sind an und für sich schon unangenehm genug. Doch für männliche Träger kommt es noch schlimmer. Denn laut den Ergebnissen einer taiwanischen Studie sind Hämorrhoiden mit erektiler Dysfunktion assoziiert.

Die Wissenschaftler von der Medizinischen Universität in Taipeh hatten in einer Fall-Kontroll-Studie 6.310 Patienten mit erektiler Dysfunktion mit 31.550 Kontrollpersonen dahingehend verglichen, ob bei ihnen vor ihrer ersten ED-Diagnose Hämorrhoiden festgestellt worden waren. Dabei zeigte sich, dass fast jeder vierte Studienteilnehmer (24,9%) mit erektiler Dysfunktion auch von Hämorrhoiden geplagt wurde. In der Kontrollgruppe war es nur jeder siebte (14,2%).

Besonders ausgeprägt war der erektionsstörende Effekt der Hämorrhoiden in den jüngeren Altersgruppen. Von den ED-Patienten, die jünger als 30 Jahre waren, hatten 19,7 Prozent eine Hämorrhoiden-Diagnose vorzuweisen, von den gleichaltrigen Kontrollpersonen nur 6,2 Prozent. In der Gruppe der 30- bis 40-Jährigen lag das Verhältnis bei 24,3 zu 11,1 Prozent.

Nähe zum prostatischen Plexus

Auf welchen Wegen Hämorrhoiden das erektile Geschehen stören, ist im Detail zwar nicht bekannt. Doch befindet sich das Rektum in anatomischer Nähe zu den autonomen Nerven des prostatischen Plexus, die für die Erektion verantwortlich sind.

Fälle von Impotenz nach einer Sklerotherapie von Hämorrhoiden sind früher schon berichtet worden. Daher ist es denkbar, dass bereits die lokale Schwellung der varikösen Venen irritierend wirkt und die Erektion stört. Chronische Gefäßentzündungen, endotheliale Dysfunktion und oxidativer Stress könnten ein Übriges tun, die penilen Funktionen erlahmen zu lassen.

„Wir hoffen, dass unsere Ergebnisse die Ärzte ermutigen, Patienten mit Hämorrhoiden auf ihr erhöhtes Risiko für erektile Dysfunktion hinzuweisen“, schreiben die taiwanischen Mediziner.

Um die genauen Mechanismen zu erhellen, die hier ineinander greifen, seien allerdings noch weitere Untersuchungen nötig.

Quelle: Keller JJ, Lin HC.: Int J Androl 2012

springermedizin.de/CL

, Ärzte Woche 29/33/2012

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