zur Navigation zum Inhalt
 
Urologie 30. März 2012

Mediziner: Tastuntersuchung der Hoden bringt nichts

Britische Werbekampagnen mit Prominenten, wonach Männer sich auf der Suche nach Anzeichen von Krebs regelmäßig die Hoden abtasten sollten, sind nach einem Kommentar in der Fachzeitschrift "British Medical Journal" reine Zeitverschwendung.

Gut gemeinter Aufruf

Die Aufrufe an die Briten, "ihre Keimdrüsen zu betasten oder ihre Kronjuwelen zu streicheln" seien gut gemeint und könnten nichts Böses anrichten, schrieb der Allgemeinmediziner Keith Hopcroft in einem am Donnerstag veröffentlichten Meinungsartikel in dem Blatt.

Äußerst geringe Wahrscheinlichkeit

Es gebe keinerlei Beweise dafür, dass die routinemäßige Selbstuntersuchung der Hoden einen Vorteil bringe. Die Wahrscheinlichkeit, bei dieser Art der Untersuchung auf Anzeichen von Krebsgeschwüren zu stoßen, sei winzig. Mindestens 50.000 Männer müssten sich über zehn Jahre hinweg untersuchen, um einen einzigen Todesfall zu vermeiden, schrieb Hopcroft.

In einer Kampagne für "Hoden-Bewusstsein" hatten bisher bereits unter anderem Popstar Robbie Williams und das Rugby-Team Leicester Tigers für die Selbstuntersuchung geworben.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben