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Urologie 1. Dezember 2011

Komparative Studie der Frequenz von verschiedenen Lymphozytensubpopulationen im peripheren Blut von Patienten mit Prostatakrebs und benigner Prostatahyperplasie

ZIEL: Benigne Prostatahyperplasie (BPH) und Prostatakrebs (PC) sind die häufigsten urologischen Erkrankungen bei Männern über fünfzig und sie wurden vor kurzem für das Ergebnis einer gestörten Immunantwort gehalten. Trotz vieler Studien zur auf T-Zellen basierten Anti-Tumor-Immunität, kann die Rolle der angeborenen Immunzellen bei BPH und PC noch immer schlecht verstanden werden. In dieser Studie wurde die Frequenz von verschiedenen Leukozytensubpopulationen im peripheren Blut von sowohl BPH- und PC-Patienten als auch von gesunden Probanden analysiert und gegenseitig verglichen. METHODEN: 60 Probanden wurden in eine Querschnittsstudie eingeschlossen (20 Patienten mit BPH, 20 Patienten mit PC und 20 gesunde Probanden). Mononukleäre Zellen des peripheren Blutes (PBMC) wurden isoliert und sowohl der Prozentsatz von T-Lymphozyten, natürlichen Killerzellen (NK) und natürlichen Killer-T-Zellen (NKT) als auch der Prozentsatz von Subsets der T-Lymphozyten [CD3+CD56–CD4+, TReg (CD4+CD25+FoxP3+) und CD3+CD56–CD8+] und der NK-Zellen (CD3–CD56+dim und CD3–CD56+bright) wurden mit Durchflusszytometrie analysiert. Auch der intrazelluläre Inhalt von Interleukin-4 (IL-4) und Gamma-Interferon (IFN-γ) wurde in T-Lymphozyten, NK- und NKT-Zellen gefunden. ERGEBNISSE: Das Prozent von T-Lymphozyten und deren Subsets in Lymphozyten des peripheren Blutes unterschied sich nicht unter den untersuchten Gruppen, während die Frequenz der regulatorischen T-Zellen (TReg) die höchste bei der PC-Patienten war. Höherer Anteil der B-Lymphozyten und NKT-Zellen wurde in Lymphozyten des peripheren Blutes von BPH-Patienten beobachtet. Der Anteil der NK-Zellen und deren Subsets unterschied sich nicht unter den untersuchten Gruppen. Eine negative Korrelation zwischen dem PSA-Wert und dem Prozentsatz der T-Lymphozyten und NK-Zellen wurde nur bei PC-Patienten bemerkt. Sehr positive Korrelation zwischen dem PSA-Wert und dem Prozentsatz der regulatorischen T-Zellen (TReg) stellte man bei PC-Patienten fest. SCHLUSSFOLGERUNG: Unterschiedliche Frequenz der verschiedenen Lymphozytensubpopulationen im peripheren Blut von gesunden Männern und BPH- und PC-Patienten könnte für das Auftreten und Fortschreiten der Prostatahyperplasie oder des Tumors verantwortlich sein. Aufgrund der Tumorfähigkeit, T-Zell-Immunantwort zu unterdrücken, könnten die Zellen der angeborenen Immunität (NKT-Zellen und regulatorische T-Zellen) die zentrale Rolle in der Immunpathogenese von PC und BPH spielen.

Stanislav Sotosek, Vlatka Sotosek Tokmadzic, Ines Mrakovcic-Sutic, Maja Ilic Tomas, Marin Dominovic, Vera Tulic, Ivana Sutic, Antun Maricic, Jadranko Sokolic, Alan Sustic, Wiener klinische Wochenschrift 23/24/2011

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