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Ein immunzytochemisches Testverfahren könnte zukünftig ein einfaches und kostengünstiges Blasenkrebsscreening ermöglichen.
 
Urologie 15. November 2011

Einfacher Test für Blasenkrebs entwickelt

Aggressive Formen lassen sich eher finden.

Forscher aus Hamburg haben einen neuen Weg gefunden, Blasenkrebs mit einem einfachen Test zu erkennen und so die Heilungschancen zu erhöhen.

 

„Beim Blasenkrebs kommt es darauf an, die Diagnose möglichst rechtzeitig zu stellen, da davon die Überlebenschance des Patienten maßgeblich abhängt“, wird der Urologe Dr. Stephan Tauber aus der Asklepios Klinik St. Georg in Hamburg, Deutschland, in einer Mitteilung der Klinik zitiert. Ideal sei ein einfaches, kostengünstiges Screeningverfahren, das bei einer urologischen Vorsorgeuntersuchung standardmäßig eingesetzt werden kann. Bisherige Testverfahren waren dafür nicht aussagekräftig genug, zu aufwendig oder kostenintensiv. Tauber suchte deshalb zusammen mit seinen Kollegen Dr. Claus Brunken und Prof. Dr. Mathias Vierbuchen nach einem einfach durchzuführenden Test, der diese Anforderungen erfüllt, und stießen dabei auf das Tumorsuppressor-Gen „p16INK4a“, das die Zellteilung reguliert. Eine übermäßige Aktivität dieses Gens lässt sich durch einen immunzytochemischen Test nachweisen, und der wird in der Gynäkologie bereits bei der Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs eingesetzt.

Hohe Sicherheit und geringe Kosten

Die Urologen untersuchten bei 82 Patienten die Spülflüssigkeit nach Blasenspülungen und fanden dabei heraus, dass sich mit dieser Testmethode vor allem sehr aggressive Formen des Blasenkrebses besser finden lassen als mit den bisher zur Verfügung stehenden Verfahren (Der Urologe 2011; 50(9): 1130).

Die hohe Sicherheit und die geringen Kosten machen die neue Methode interessant für die Entwicklung eines automatisierten Screening-Verfahrens, das durch Verbesserung der Früherkennung die Überlebenschancen der Patienten deutlich steigern könnte.

ÄZ/PH/KK , Ärzte Woche 46 /2011

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