zur Navigation zum Inhalt
Fotos (3): beigestellt
In zwölf Einsätzen hat das „Paediatric Urology Team Austria for Eritrea“ 484 Kinder operiert und 26 in Linz medizinisch versorgt.

Nur drei bis fünf von zehn Kindern erreichen das zehnte Lebensjahr.

Für die 2,5 Millionen Kinder in Eritrea gibt es nur drei Kinderärzte.

 
Urologie 30. Oktober 2011

Die Kinder Eritreas: Leise Stimmen in einer lauten Welt

Das Paediatric Urology Team Austria for Eritrea hat bisher rund 500 Kinder operativ versorgt.

Das internationale Hilfsprojekt Paediatric Urology Team Austria for Eritrea wurde 2005 ins Leben gerufen. Seither fährt das kinderurologische Team zweimal im Jahr nach Eritrea, um Kinder medizinisch zu versorgen und Ärzte vor Ort zu schulen.

 

Eritrea ist ein Armenhaus am Roten Meer am Rande Ostafrikas, aktuell stigmatisiert durch ein totalitäres Regime nach einem jahrelangen Unabhängigkeitskrieg, Arbeitslosigkeit mit fehlenden Zukunftsperspektiven und obendrein Dürre, und das in einem Land, das zu 80 Prozent von der Landwirtschaft lebt.

Ein Urologe für 2.500.000 Kinder

Für die 4,5 Millionen Eritreer stehen gerade 190 Ärzte zur Verfügung, die Hälfte dient militärisch an der Front zu Äthiopien. Für die 2,5 Millionen Kinder gibt es nur drei Kinderärzte, keinen Kinderchirurgen und einen Urologen.

Kinder- und Müttersterblichkeit sind unverhältnismäßig groß: Nur drei bis fünf von zehn Kindern erreichen das zehnte Lebensjahr, 44 von 1.000 Müttern sterben bei der Geburt, oft als Spätfolge der genitalen Beschneidung.

Unterstützung für Hilfsprojekt

Das internationale Hilfsprojekt Paediatric Urology Team Austria for Eritrea wurde 2005 von Doz. Dr. Marcus Riccabona, dem Leiter der kinderurologischen Abteilung der Barmherzigen Schwestern, initiiert. Seither fährt das kinderurologische Team, bestehend aus zehn bis zwölf Ärzten und Schwestern, zweimal jährlich in die Hauptstadt Asmara in das größte Spital des Landes, um am International Operation Center in Kooperation mit der deutschen NGO Arche Med Kinder zu operieren.

Diese Einsätze werden vor allem durch Charity-Aktivitäten des Rotary Clubs Linz Altstadt und andere österreichische und deutsche Rotary Clubs finanziert. Hinzu kommen großzügige Spenden aus dem privaten Freundeskreis, der Bevölkerung und zahlreichen medizinischen Firmen.

Durch die großzügige Bereitstellung von medizinischem Verbrauchsmaterial und Medikamenten durch das Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Linz, das AKH Linz, die Landes-Frauen-Kinderklinik Linz und die Universitätsklinik Innsbruck können die jeweiligen Kosten für eine Einsatzwoche deutlich abgesenkt werden.

In einer Woche werden rund 50 Kinder mit angeborenen Fehlbildungen am Urogenitaltrakt, Verletzungen, Nieren- oder Blasensteinen operativ versorgt, die sonst keinerlei Chance auf spezifische medizinische Hilfe hätten.

Ein ebenso wichtiges Ziel ist es, die einheimischen Ärzte und Schwestern schrittweise auszubilden, damit diese in einigen Jahren Kindern selbst medizinisch helfen können und auf unsere Hilfe nicht mehr angewiesen sind.

Kinder mit sehr komplexen medizinischen Problemen, die letztlich vor Ort nicht oder nur mit großem Risiko gemanagt werden können, werden über Patenschaften nach Linz gebracht und am Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern operativ versorgt und dann wieder in ihre Heimat überstellt. Die dafür anfallenden Kosten werden vom Sozialfonds des Ordens der Barmherzigen Schwestern getragen.

Erste Erfolge

Innerhalb von zwölf Einsätzen wurden bisher 484 Kinder operiert, 1.503 untersucht und 26 in Linz medizinisch versorgt. Eritreische Ärzte und Pflegepersonal wurden regelmäßig geschult, Vorträge gehalten, ein einwöchiger Ultraschallkurs durchgeführt und die medizinische Infrastruktur in Teilbereichen wesentlich verbessert.

 

Doz. Dr. Marcus Riccabona ist Leiter der Abteilung für Kinderurologie des Krankenhauses der Barmherzigen Schwestern in Linz.

Nähere Informationen zum Projekt

www.kinderurologie-eritrea.at
E-Mail:  

Spenden: Paediatric Urology Team Austria for Eritrea
Kto-Nr. 37 77 88, BLZ 54 000 Hypo Oberösterreich IBAN AT06 5400 0000 00377788, BIC OBLAAT2L

Bei Interesse an einer Patenschaft:
Kontaktaufnahme mit Doz. Dr. Marcus Riccabona,
E-Mail:  

Von M. Riccabona , Ärzte Woche 43 /2011

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben