zur Navigation zum Inhalt
Foto: Wilke
Dr. Mons Fischer, Urologe und Präsident der Medizinischen Kontinenzgesellschaft Österreich (MKÖ).
 
Urologie 13. September 2011

MKÖ 2011: Kontinenz im Fokus

Die Jahrestagung und der Publikumstag der Medizinischen Kontinenzgesellschaft Österreich (MKÖ) finden 2011 in Graz statt.

Heuer lädt die MKÖ zu ihrer 21. Jahrestagung in die Steiermark ein: Graz wird Schauplatz der wissenschaftlichen Tagung und des Publikumstages sein. Ko-Tagungspräsidenten sind DPTA Barbara Gödl-Purrer, Doz. Dr. Günter Primus und Prof. Dr. Johann Pfeifer. Gödl-Purrer kommt aus der Physiotherapie; sie lehrt an der Fachhochschule Joanneum und ebendort wird die Tagung im Oktober stattfinden.

Der Freitagvormittag ist für Betroffene, Angehörige und Interessierte reserviert. Auf dem Publikumstag wird über Blasen- und Darmfunktionen informiert und dabei ein besonderes Augenmerk auf die Ernährung gelegt. Anschließend werden unter anderem Workshops über Beckenbodentraining und Ernährung den Abschluss bilden. Gemeinsam mit dem Urologen Doz. Dr. Günter Primus und dem Chirurgen Prof. Dr Johann Pfeifer, beide von der MedUni Graz, wurde ein wissenschaftliches Programm mit ganz neuen Elementen gestaltet. Unter dem Generalthema „Kontinenz in Wissenschaft und Praxis“ werden am Freitagnachmittag in acht „Salons“ Kurzvorträge präsentiert (siehe Interview). Dabei werden Themen wie „Ist Sport Mord für den Beckenboden?“ und „rein werden – rein bleiben“ aufgearbeitet.

Der Samstag wird mit einem sensiblen Thema eröffnet: Unter dem Titel „Medizin und Ethik beim alten Menschen – quo vadis“ bespricht der Moraltheologe Prof. Dr. Walter Schaupp (Uni Graz) die Gratwanderung, die im Umgang mit inkontinenten alten Menschen immer wieder zu finden ist: die Balance zwischen Fürsorge einerseits und Respekt vor der Autonomie andererseits. Besondere Herausforderungen sind dabei zu bewältigen, wenn zusätzlich eine Demenz vorliegt. Nicht nur die Geriatrie steht am Samstag im Fokus, sondern auch die Geburtshilfe.

In der herbstlichen Steiermark wird es als Rahmenprogramm unter anderem Gelegenheit zu einer Weinverkostung geben.

Anmeldung unter: www.kontinenzgesellschaft.at

 

„Je interaktiver die Fortbildung, desto besser für die Teilnehmer“

Dr. Mons Fischer, Urologe und Präsident der Medizinischen Kontinenzgesellschaft Österreich (MKÖ), erzählt im Gespräch mit der Ärzte Woche, wie die „Salons“ der diesjährigen Tagung ablaufen werden und welche Themen Mediziner wohl besonders ansprechen werden.

Heuer werden die Tagungsteilnehmer erstmals in den „Salon“ geladen: Was hat es damit auf sich?

Fischer: Am Freitagnachmittag werden in acht sogenannten Salons je zwei Kurzvorträge präsentiert, interdisziplinär mit allen im Salon Anwesenden (rund acht bis zwölf pro Salon) diskutiert und die Ergebnisse anschließend vom Moderator dem gesamten Plenum vorgestellt. In diesen Salons ist das Publikum bunt gemischt, es setzt sich aus Vertretern der Medizin, Pflege, Ergotherapie und Physiotherapie zusammen.

Wie kamen Sie auf die Idee, solche Salons zu organisieren? Haben Sie schon Erfahrungen damit?

Fischer: Die Idee stammt vom Grazer Team. Auf internationalen Kongressen im Ausland haben die Kollegen damit Erfahrungen gesammelt, jedoch dürfte diese Art der Fortbildung in Österreich relativ neu sein. Im Bereich der Urologie hat es solche Salons noch nicht gegeben.

Meine Erfahrungen mit verschiedensten Formen von Fortbildungen hat aber immer gezeigt: Je interaktiver der Ablauf einer Veranstaltung ist, umso mehr profitieren alle Teilnehmer davon.

Welche Programmpunkte werden für niedergelassene Mediziner besonders interessant sein?

Fischer: Ich schätze, die Salons über Obstipation im Alter, darmgesunde Ernährung und überaktive Blase könnten für Allgemeinmediziner besonders interessant sein. Auch die Möglichkeiten, über Physiotherapie oder Ernährung Beschwerden zu lindern, sollte für die allgemeinmedizinische Praxis relevant sein.

Für Urologen sind die speziellen anatomischen Betrachtungen zum Kontinenzmechanismus, die überaktive Blase, Katheterprobleme, die Enuresis und die sinnvolle Abklärung des alten Patienten hervorzuheben.

Für Gynäkologen gibt es einen ausgedehnten Beckenbodenschwerpunkt sowie zahlreiche Vorträge zu Geburt und Inkontinenz.

Auch für proktologisch interessierte Chirurgen sollte der Beckenboden interessant sein, weiters die Salons und Vorträge zu Obstipation und Ernährung sowie schließlich die Probleme des alten Patienten.

Das Gespräch führte Patricia Herzberger.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben