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Foto: Welldone Werbeagentur GmbH/APA-Fotoservice/Preiss
V.l.n.r.: Doz. Dr. Stephan Madersbacher (Abteilung für Urologie und Andrologie, Donauspital, Wien), Dr. Vera Russwurm, Dr. Karl Dorfinger (Präsident des Berufsverbandes der Urologen), Janet Kath (Geschäftsführerin Interio), Mag. Birgit Bernhard (Welldone
 
Urologie 17. Mai 2011

Frauen sollen auf Männer schauen

Weil Vertreter des „starken Geschlechts“ schwach werden, wenn es um Vorsorgeuntersuchungen beim Urologen geht, wird mit einer Kampagne versucht, die Unterstützung der Frauen zu gewinnen.

Eine Awareness-Kampagne zur Männergesundheit wurde vergangene Woche gestartet: Frauen sind aufgefordert, ihre Liebsten – Partner, Väter, Söhne, Schwiegersöhne, Brüder – zur urologischen Vorsorgeuntersuchung zu schicken.

 

Um mehr Männer zur Vorsorgeuntersuchung beim Urologen zu motivieren, wurde von der Ärztekammer, der Österreichischen Gesellschaft für Urologie und Andrologie und dem Berufsverband der Österreichischen Urologen die Kampagne „Frauen, die auf ihre Männer schauen“ ins Leben gerufen. Im Rahmen des AndrocheckTM wird die Männergesundheit hinsichtlich Funktion und Wohlbefinden von Harnorganen, Hormonhaushalt, Prostata und Sexualität geprüft. „Ab dem 40. Lebensjahr sollte jeder Mann einmal im Jahr neben der allgemeinen Gesundheitsvorsorge auch zum AndrocheckTM beim Urologen“, stellte Dr. Karl Dorfinger, Präsident des Berufsverbandes der Urologen und Landesfachgruppenobmann für Urologie der Ärztekammer für Wien, anlässlich der Pressekonferenz zur Kampagne fest.

Nach Impotenz fragen

„Nur 17 Prozent der österreichischen Männer gehen aber regelmäßig zum Urologen.“ Der AndrocheckTM wird in der Praxis des niedergelassenen Urologen durchgeführt und ist kostenlos. Männer ab dem 40. Lebensjahr sollten beim ärztlichen Gespräch auf jeden Fall nach dem Vorliegen von Erektionsstörungen gefragt werden. Schließlich wurde die erektile Dysfunktion (ED) als unabhängiger Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen identifiziert. „Seriösen Schätzungen zufolge dürften in Österreich etwa 730.000 Männer von ED betroffen sein. Mehr als die Hälfte der Männer mit ED leiden zusätzlich an kardiovaskulären Erkrankungen, von denen sie oft nichts wissen“, so Dorfinger. „Auch bei anderen ‚Wohlstandserkrankungen‘ wie Hypertonie, Fettstoffwechselerkrankungen oder Diabetes mellitus gibt es eindeutig Korrelationen zu ED.“

Screening senkt Mortalität

Doz. Dr. Stephan Madersbacher von der Abteilung für Urologie und Andrologie am Donauspital Wien berichtete über neue Daten der europäischen Prostata-Screening-Studie (European Randomized Study of Screening for Prostate Cancer, ERSPC), die beim diesjährigen Kongress der European Association of Urology (EAU) in Wien präsentiert worden waren: Eine Auswertung vor zwei Jahren wies nach, dass durch das Screening die Mortalität aufgrund Prostatakarzinom um 20 Prozent gesenkt werden konnte. Mit Fortschreiten der Studiendauer wird der Vorteil immer deutlicher. „Nach 15 Jahren betrug der Überlebensvorteil annähernd 50 Prozent“, so Madersbacher. „Neue Daten aus Österreich bestätigen indirekt diesen positiven Effekt des Screenings. Bedingt durch den breiten Einsatzes des Tumormarkers PSA, stieg in den letzten 15 Jahren der Prozentsatz des Patienten mit lokal begrenzten und damit potenziell heilbaren Tumoren zwar deutlich an, gleichzeitig sank aber der Prozentsatz der Patienten in metastasierten und damit unheilbaren Tumorstadien in den verschiedenen Altersgruppen um bis zu 64 Prozent.“

„Hat dich deine Frau schon zum Urologen geschickt?“

All die sachlichen Argumente erreichen allerdings die Zielgruppe kaum. „Der Weg zum Bewusstsein der Männer führt über die Frauen“, konstatierte Mag. Birgit Bernhard von der Werbe- und PR-Agentur Welldone. Daher habe man sich entschlossen, die Awareness-Kampagne an die Frauen zu richten. Seit dem 12. März sind auf Damentoiletten Aufforderungen plakatiert, die liebsten Männer zur Vorsorgeuntersuchung zu schicken. Auf Herrentoiletten wird entsprechend dazu motiviert, auf sich zu schauen. Ein Zeichen für eine gesteigerte Awareness sei dann erreicht, wenn Männer am Stammtisch einander fragen würden: „Hat dich deine Frau schon zum Urologen geschickt?“, so Bernhard.

Unterstützt wird die Kampagne von Dr. Vera Russwurm und Janet Kath (Interio).

 

Information für Frauen: www.ich-schau-auf-meinen-mann.com

Information für Männer: www.ich-schau-auf-mich.com

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