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Urologie 8. März 2011

Embolisation bei BPH

Unermüdlich wird an neuen Behandlungsoptionen bei der benignen Prostatahyperplasie (BPH) geforscht.

Brasilianische Radiologen haben eine kleine Studie publiziert, in der sie beschreiben, wie sie zwei Patienten mit akutem Harnverhalt mittels einer Embolisation der Prostatagefäße behandelt haben.

 

Ein Forscherteam der University of Sao Paolo Medical School berichtet, wie sie zwei Patienten, die aufgrund einer benignen Prostatavergrößerung unter akutem Harnverhalten litten, durch die Embolisation von Prostataarterien erfolgreich behandeln konnten. Das Volumen der Prostata hatte zwischen 50 und 60 Milliliter betragen.

Der angiografisch kontrollierte Eingriff erfolgte unter Lokalanästhesie mit einem Mikrokatheter. Während zehn bis 15 Tagen wurde der Katheter belassen. Bei einem Patienten wurde eine bilaterale, beim anderen eine unilaterale Embolisation durchgeführt. Der eine Patient klagte in den ersten 24 Stunden über retropubische Schmerzen, die drei Tage lang mit einem nichtopioiden Schmerzmittel behandelt wurden, wobei die Autoren der Meinung sind, dass das Schmerzmittel früher hätte abgesetzt werden können. Nach einem Monat, nach drei Monaten und nach einem halben Jahr wurden die beiden Patienten erneut untersucht.

Nach sechs Monaten ergaben eine Ultraschalluntersuchung und eine Magnetresonanztomografie eine Prostatareduktion von 39,7 bzw. 47,8 Prozent beim bilateral behandelten Patienten und eine Reduktion von 25,5 und 27,8 Prozent für die unilaterale Embolisation. Komplikationen waren in diesem Zeitraum keine aufgetreten.

Beide Patienten konnten ihre Blase normal entleeren. Beim Patienten mit der bilateralen Embolisation wurde nach einem halben Jahr kein Restharn mehr festgestellt, beim anderen wurde eine Restharnmenge von 110 Milliliter festgestellt.

Im Untersuchungszeitraum waren keine Komplikationen zu verzeichnen. Bildmorphologisch konnte die Ausbildung einer nahezu vollständigen Nekrose im Adenombereich auf beiden Seiten dokumentiert werden.

Carnevale, F. C. et al.: Prostatic Artery Embolization as a Primary Treatment for Benign Prostatic Hyperplasia: Preliminary Results in Two Patients. Cardiovasc Intervent Radiol 2010; 33: 355–61; doi:10.1007/s00270-009-9727-z

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