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Urologie 1. Oktober 2010

Der seltene Fall: milchiger Harn

Chylurie bezeichnet die Exkretion von Lymphflüssigkeit über die ableitenden Harnwege. Ursachen für dieses Symptom, das per se keinen Krankheitswert besitzt sind, häufig Parasiteninfektionen wie u.a. Filariose (z.B. Wuchereria bancrofti), Echinokokkose und Zystizerkose. Nicht Parasitose-assoziierte Chylurie ist sehr selten. Ursächlich kommen Granulomatosen (Tbc, Lepra, Pilzinfektionen), Malignome, angeborene oder erworbene Malformationen (Z.n. Trauma), Schwangerschaft oder Aortenaneurysmen in Frage. Wir präsentieren hier einen Fall eines 73 jährigen Mannes asiatischer Abstammung, seit Jahren in Österreich lebend, der nach Ausheilen eines Harnwegsinfektes mit der Zuweisungsdiagnose "milchiger Harn" – anamnestisch v.a. postprandial – an die nephrologische Ambulanz unserer Abteilung zugewiesen wurde. Alle Untersuchungen für infektiöse/parasitäre und nicht infektiöse Ursachen verblieben negativ. Obwohl die flexible Zystoskopie eine eindeutige Seitenzuordnung zum rechten Ureter ergab, konnte in den durchgeführten bildgebenden Untersuchungen (CT-Urographie, bipedale Lymphangiographie) keine exakte Lokalisation der lymphorenale Fistel gefunden werden, sodass wir uns bei stabiler Nierenfunktion und ohne Zeichen einer Lipidstoffwechselstörung zu einem konservativen Management des Patienten entschlossen haben.

Hannes Neuwirt, Philipp Eller, Martin Tiefenthaler, Gert Mayer, Alexander R. Rosenkranz, Wiener klinische Wochenschrift 19/20/2010

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