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Urologie 30. Juni 2010

Hohes CRP – schlechte Prognose

Lokalisiertes Nierenzellkarzinom: Bestimmung von Prognosefaktoren ist wesentlich für die Nachsorge.

Der präoperativ gemessene CRP-Wert ist ein unabhängiger Faktor für das rezidivfreie Überleben (RFÜ) nach kurativer Operation.

 

Therapie der ersten Wahl beim lokalisierten Nierenzellkarzinom ist nach wie vor die Operation. Dennoch entwickeln ca. 20 bis 30 Prozent der primär operierten Patienten Metastasen. Ein erhöhter Wert des C-reaktiven Proteins wurde schon bei mehreren anderen Tumoren als negativer Prognosefaktor evaluiert. Die Arbeitsgruppe um Dr. Maximilian Rom, Universitätsklinik für Urologie, Medizinische Universität Wien, untersucht jetzt, ob präoperativ gemessene Konzentrationen des C-reaktiven Proteins auch beim lokal begrenzten Nierenzellkarzinom Aussagen über das rezidivfreie Überleben zulassen. Hierzu wurden bei 397 Patienten mit unilateralem lokal begrenztem Nierenzellkarzinom CRP-Werte präoperativ bestimmt und als normal oder erhöht ( > 1,0 mg/dl) eingeteilt.

Insgesamt war das CRP bei 22 Prozent der Patienten erhöht. Ein erhöhter CRP-Wert korrelierte signifikant mit einem höheren Tumor-Stadium, vaskulärer Invasion, Tumornekrose und vor allem mit einem höheren Tumorgrading.

In einem mittleren Nachbeobachtungszeitraum von 42 Monaten entwickelten 47 Patienten ein lokales oder systemisches Rezidiv. 85 Prozent der Patienten mit normalem CRP-Wert, doch nur 70 Prozent der Patienten mit erhöhtem CRP-Wert erreichten ein 5-Jahres-RFÜ. (HR 2,48, p = 0,0016).

Der präoperativ gemessene CRP-Wert ist damit ein unabhängiger Prognosefaktor für das rezidivfreie Überleben nach kurativer Operation. Nach Ausführung von Rom ist die Ermittlung von Prognosefaktoren wesentlich, um die Nachsorge individuell zu gestalten sowie die richtigen Patienten für adjuvante Therapiestrategien zu selektieren.

 

Vortrag an der 36. Gemeinsamen Tagung der Bayerischen Urologenvereinigung und der Österreichischen Gesellschaft für Urologie und Andrologie, 10. bis 12 Juni 2010 in München

Von Dr. Susanne Kamerer, Ärzte Woche 26 /2010

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