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Urologie 28. April 2010

In der Warteschleife

Roboterchirurgie gewinnt an Bedeutung, die Leitlinien aber bleiben vorerst, wie sie sind.

Prof. Dr. Jens Rassweiler, Vorsitzender der EAU-Sektion für Urotechnologie und Vorstand der Urologischen Klinik am Klinikum Heilbronn in Deutschland, informierte über den Stand der roboterassistierten Chirurgie in der Urologie.

In den Leitlinien der EAU ändert sich in Bezug auf roboterunterstützte Operationen vorerst nichts. Der Grund liege darin, erklärte Prof. Rassweiler, dass es ohne Phase-III-Studie eben schwierig sei, die roboterassistierte laparoskopische Prostatektomie mit der offenen Operation zu vergleichen. In den Leitlinien sei die Technik allerdings als eine Alternative aufgenommen worden.

„Rund 50 Prozent unserer Patienten werden derzeit mit Roboterchirurgie operiert, und die Zahl wächst. Ich musste mich einige Zeit an die 3D-Sicht und die Vergrößerung gewöhnen“, so Rassweiler. Dass das taktile Feedback fehlt, scheint kein Problem zu sein, außer wenn Gewebe auf die Seite geschoben werden müsse, aber die Sicht helfe. „Es gibt neue Roboter mit taktilem Feedback, eine entscheidende Verbesserung“, meinte Rassweiler.

Für die Zukunft erwartet Rassweiler, dass Roboter ihren Platz haben werden. „Die Frage ist, welche Technologien eine Rolle spielen werden. Neue Technologien sind zu Beginn teuer und werden später günstiger und werden dann eher angenommen.“ Eine große Konkurrenz zu Robotereingriffen stellt gegenwärtig die weniger invasive LESS-Chirurgie (Laparo-Endoscopic Single-Site Surgery), die Ein-Schnitt-Operation, dar

Wenn die Ergonomie verbessert werden könne, würde die Laparoskopie jedenfalls Auftrieb erhalten, da sie einfacher zu unterrichten sei.

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