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Urologie 0. Jänner 1900

Schlingen auf dem Prüfstand

Ein Cochrane Review bewertete chirurgische Verfahren bei Stressinkontinenz.

Die moderne minimalinvasive Schlingenoperation mit synthetischer Schlinge ist den klassischen Verfahren ebenbürtig. Retropubische Tapes führen zwar zu einer etwas höheren objektiven Heilungsrate, aber auch zu mehr Komplikationen. Zu diesem Schluss kommen die Autoren einer Übersichtsstudie.

 

In die Analyse flossen die Daten aus 62 Studien mit insgesamt 7.101 Frauen mit Stressinkontinenz ein. Es zeigte sich, dass minimalinvasive Operationen unter Verwendung von synthetischen suburethralen Schlingen ebenso effektiv sind wie traditionelle suburethrale Schlingen (relatives Risiko RR: 1,03). Ihre Vorteile bestehen in der kürzeren Operationszeit. Es gibt postoperativ weniger Dysfunktionen beim Harnlassen und seltener wiederauftretende Harndrangsymptome. Im Vergleich zur offenen retropubischen Kolposuspension fand sich ebenfalls eine vergleichbare Effektivität, gemessen als subjektive Heilungsrate nach zwölf Monaten (RR 0,96) bzw. fünf Jahren (RR 1,15). Der Unterschied: Weniger perioperative Komplikationen, weniger postoperative Dysfunktionen beim Harnlassen, kürzere Dauer von Operation und Krankenhausaufenthalt, aber signifikant mehr Blasenperforationen (6 % vs. 1 %).

Im Vergleich zur laparoskopischen Kolposuspension ergab sich bei der objektiven Heilung ein RR von 1,15, für die subjektive Heilung ein RR von 1,11. Vorteile waren auch hier eine geringere Rate an De-novo-Urgency-Symptomen und Dranginkontinenz. Operationsdauer, Krankenhausaufenthalt und Genesungszeit fielen kürzer aus.

Darüber hinaus erwies sich die retropubische Anlage von unten nach oben gegenüber der von oben nach unten als effektiver (RR 1,10 vs. 1,06) und führte seltener zu Dysfunktionen beim Harnlassen, Blasenperforationen und Verrutschen des Tapes. Monofilamentöse Tapes führten zu höheren objektiven Heilungsraten (RR 1,15) als multifilamentöse und weniger häufig zum Verrutschen (1,3 % vs. 6 %).

Schließlich fanden die Autoren schlechtere objektive Heilungsraten für die Obturator- gegenüber der retropubischen Route (84 vs. 99 %); erstere ging jedoch mit weniger Komplikationen und kürzerer Operationsdauer einher.

 

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