zur Navigation zum Inhalt
Foto: Informationsdienst Wissenschaft e. V.
PD Dr. Christoph Seif Arbeitskreis „Urologische Funktionsdiagnostik und Urologie der Frau“ der DGU
 
Urologie 13. April 2010

Botulinum Toxin A einmal anders

Eine Option, wenn alle therapeutischen Mittel ausgeschöpft sind.

Botulinum Toxin A wird während der Blasenspiegelung in die Harnblase gespritzt. Symptome wie häufiger und unwillkürlicher Harndrang können so für etwa neun Monate reduziert oder unterbunden werden.

 

Wenn herkömmliche Methoden der Behandlung von Blasenfunktionsstörungen nicht helfen, kann Botulinum Toxin A das Leiden lindern. Auch bei Blasenfunktionsstörungen neurogener Ursache, nach Querschnittlähmungen, bei Parkinson oder Multipler Sklerose sowie bei chronisch schmerzhaften Blasenerkrankungen wie der Interstitiellen Cystitis kommt Botulinum Toxin A zum Einsatz. „Anders als in der Schönheitschirurgie gibt es in der Urologie eine klare medizinische Indikation. Der Wirkstoff schließt die therapeutische Lücke zwischen Medikamentengabe und Operation. Die Behandlung erfolgt unter Vollnarkose oder örtlicher Betäubung“, sagt der Kieler Urologe PD Dr. Christoph Seif aus dem Arbeitskreis „Urologische Funktionsdiagnostik und Urologie der Frau“ der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V (DGU). Zuvor müssen allerdings alle konservativen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft werden. „Noch wird es in der Urologie ohne amtliche Zulassung im Off-Label-Gebrauch verwendet“, so Seif. Die Zulassung in der Urologie wird für Ende 2010 – zunächst für neurogene Blasenfunktionsstörungen – erwartet.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben