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Urologie 18. Dezember 2008

Das Abtauchen des Eisberges

Um die Erektile Dysfunktion ist es wieder ruhiger geworden.

Noch vor wenigen Jahren wollte man die Erektile Dysfunktion (ED) aus ihrem Tabu herausholen, und vor allem die Urologen machten darauf aufmerksam, dass sie auch als Warnsignal, als „Spitze des Eisberges“ zu verstehen sei. Nun ist es um die ED ruhiger geworden – für viele Experten zu ruhig.

 

Zahlreiche Erkrankungen wie zum Beispiel Diabetes mellitus, metabolisches Syndrom oder Gefäßerkrankungen führen zu Potenzproblemen, welche mit steigendem Lebensalter zunehmen. Eine in Deutschland durchgeführte Studie (Kölner Studie; Int J. Impotence Research 2000) zeigt, dass ungefähr 19 Prozent der Männer zwischen dem 30 und 80. Lebensjahr davon betroffen sind, wobei mit steigendem Alter der Prozentsatz deutlich zunimmt. So ist in der Altersgruppe der über 70-jährigen jeder zweite Mann betroffen. Neben den körperlichen Ursachen sind auch psychische Probleme in mehr als 20 Prozent verantwortlich für Potenzstörungen. Durch Stress, Angst vor dem Versagen und der Mitnahme von Problemen aus Arbeit und sozialem Umfeld nach Hause baut sich über das sympathische Nervensystem ein Kreislauf auf, der ohne professionelle Hilfe kaum zu durchbrechen ist.

Bewährte PDE-5-Hemmer

Die medikamentöse Therapie mit den sogenannten PDE-5-Hemmern (Levitra®, Viagra® oder Cialis®) ist eine sehr effiziente Therapie, wobei zusätzlich professionelle Hilfe von einem Psychotherapeuten notwendig ist. Die Effizienz aller drei Präparate ist vergleichbar, der Unterschied liegt im Zeitpunkt des Wirkungseintritts, der Halbwertszeit und im Preisniveau. Wenn „es nicht mehr geht“, macht „Mann“ sich Stress. Junge Männer können vieles kompensieren, jedoch mit steigendem Alter versagen auch diese Mechanismen, die Folge sind Potenzprobleme, die die Partnerschaft häufig zusätzlich belasten. Der Zwang, sich nicht nur in der Arbeit, sondern darüber hinaus auch daheim beweisen zu müssen, führt oft zu psychisch getriggerten Potenzproblemen. Die Angst vor dem Versagen führt zu weiterem Stress, der wiederum führt zur Aktivierung des sympathischen Nervensystems und in weiterer Folge zum Nachlassen der Potenz. Medikamentöse Hilfe mit PDE-5-Hemmern führt zu einem Durchbrechen dieses Teufelskreislaufes. Der Mann erhält wieder die Selbstsicherheit, wodurch die Spontaneität im Liebesleben zurückkehrt. Dabei kann die schnelle Wirkung von Vorteil sein.

 

Prof. Dr. Georg Schatzl ist an der Universitätsklinik für Urologie, MedUni Wien, tätig.

Von Prof. Dr. Georg Schatzl, Ärzte Woche

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