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Foto: Krankenhaus Elisabethinen Linz
Zunächst wird ein hochaufgelöstes Ultraschallbild der Prostata aufgenommen. Anschließend werden tumorverdächtige Areale farblich markiert.
 
Urologie 9. März 2010

Erster Histoscan in Österreich

Neues Bildgebungsverfahren zur Lokalisierung von Tumorherden in der Prostata.

Liegt bei einem Patienten ein Verdacht auf Prostatakrebs vor, kommt im Krankenhaus der Elisabethinen in Linz seit Kurzem der sogenannte Histoscan zum Einsatz. Unnötige Biopsien können somit künftig vermieden werden.

 

Das neue Verfahren mit dem Histoscan ist schmerzfrei, völlig ohne Belastung durch Röntgenstrahlen und nicht invasiv. Durch die computerunterstützte Auswertung der Daten einer konventionellen Ultraschalluntersuchung können Veränderungen im Prostatagewebe präzise und zuverlässig dargestellt werden.

Funktionsweise des Histoscans

Mithilfe einer fingerdünnen Ultraschallsonde, die in den Enddarm des Patienten eingeführt wird, wird ein hochaufgelöstes Ultraschallbild der Prostata aufgenommen. Um ein präzises Ultraschallbild zu erhalten, muss die Sonde möglichst nahe an die Prostata herangeführt werden. Durch die langsame Drehung der Sonde, die mit einem winzigen Motor ausgestattet ist, entsteht ein dreidimensionales Bild.

Aus den Rohdaten des Ultraschalls werden in einem diagnostisch aufwändigen Verfahren tumorverdächtige Areale farblich markiert. Dies ist möglich, weil das auf dem Histoscanning-System beruhende Computerprogramm aus den original aufgenommenen Ultraschallwellen gutartiges von bösartigem Prostatagewebe unterscheiden kann. Diese Untersuchung ist in der Regel für den Patienten weder schmerzhaft noch unangenehm und dauert höchstens 15 Minuten. Der zu überprüfende Bereich wird auf dem Ultraschallbild eingegrenzt.

Die so gewonnenen Informationen werden anschließend auf ein herkömmliches Ultraschallbild gespiegelt und weisen verdächtige Bereiche rot aus. Die Berechnung der Daten dauert rund 40 Minuten.

Vorteile des neuen Verfahrens

Die Untersuchung ist schmerzfrei und ohne Strahlenbelastung. Darüber hinaus ist sie nicht invasiv. Biopsien können vermieden werden. Zeigt das Histoscanning einen auffälligen Befund, dann kann der daraus resultierende Eingriff wesentlich präziser vorgenommen werden als bisher.

„Mit diesem neuen diagnostischen Verfahren kann die sog. invasive Diagnostik oder die Operation noch gezielter und für den Patienten schonender und aussagekräftiger eingesetzt werden. Der Einsatz dieses neuen Instrumentes verbessert und verkürzt damit den diagnostischen Ablauf und die Planung eines allfälligen Eingriffs“, freut sich der Geschäftsführer und ärztliche Direktor des Krankenhauses, Dr. Franz Harnoncourt.

 

Quelle: Allgemein öffentliches Krankenhaus Elisabethinen Linz.

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