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Urologie 3. Februar 2010

Zweite Meinung bei Hodenkrebs

Das Einholen einer ärztlichen Zweitmeinung kann den Therapieverlauf verbessern: Insbesondere sogenannte Zweitmeinungszentren empfehlen Behandlungen, die besser auf den Zustand und die Bedürfnisse des Patienten abgestimmt sind.

Zweitmeinungszentren sind Mitglieder der Deutschen Studiengruppe zu Hodentumoren und an fast allen Universitätskliniken in Deutschland vertreten. Prof. Dr. Mark Schrader, Universitätsklinikum Charité Berlin, hat diese Zentren für eine Studie genutzt. Die beteiligten niedergelassenen Urologen verpflichteten sich, jeden Hodenkrebs-Fall auch in einem Zweitmeinungszentrum bewerten zu lassen.
Ein Drittel der Patienten bekam mit der Zweitmeinung eine abweichende Therapieempfehlung. Insbesondere bei fortgeschrittenen Stadien differierten die beiden Ansätze. In rund 70 Prozent der Fälle übernahm der behandelnde Arzt den neuen Vorschlag des Zweitmeinungszentrums. Bei einem von sechs Patienten musste die Therapie erheblich korrigiert werden. Die neue Behandlung war in fast der Hälfte der Fälle weniger intensiv, was die Lebensqualität der Patienten verbesserte und das Risiko für Komplikationen senkte. Bei einem Viertel der Patienten musste die begonnene Therapie jedoch verstärkt werden. Zudem zeigte sich in der Studie, dass nur zwei Drittel der Ärzte, die die erste Diagnose stellten, ihre Therapie an den aktuellen Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Urologie orientierten.

Website des Zweitmeinungsprojekts: www.zm-hodentumor.de

Quelle: Schrader, M. et al.: European Urology 2010; doi:10.1016/j.eururo.2009.10.032

Deutsche Krebshilfe/PH, Ärzte Woche 5/2010

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