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Urologie 1. Juli 2008

Pathophysiologie und Therapie der benignen Prostata-Hyperplasie

Die Benigne Prostata Hyperplasie/Vergrößerung (BPH/BPE) ist der häufigste gutartige Tumor des alternden Mannes. Dieser gilt als eine Ursache einer Reihe von Symptomen des unteren Urogenitaltraktes (LUTS, Lower Urinary Tract Symptoms). Die BPH/BPE führt zu Einschränkungen der Lebensqualität sowie zu medizinischen Komplikationen bis hin zur akuten Harnverhaltung. Noduläres Wachstum, vorwiegend des fibromuskulären Gewebes der Transitionszone und der periurethralen Anteile, sowie funktionelle Änderungen der Zellen sind charakteristisch für die beobachtete Gewebsreorganisation in der BPH/BPE. Die Pathophysiologie der BPH/BPE ist komplex und es ist hierbei eine Anzahl endokriner und lokaler Faktoren involviert. Zwei Risikofaktoren sind essentiell für die Entwicklung der BPH/BPE, Altern und Androgene. Einen bedeutenden Einfluss auf die Entstehung scheinen die ab dem 35. Lebensjahr einsetzenden Veränderungen der Sexualsteroidhormon-Serumspiegel und -ratios zu haben. Diese laufen parallel zu Veränderungen im lokalen Sexualsteroidhormon-Stoffwechsel und zu Störungen in Wachstumsfaktor Signaltransduktionswegen in Stroma und Epithel. Das veränderte Stroma fördert über eine veränderte Zytokinproduktion lokale inflammatorische Prozesse, die das Fortschreiten der Erkrankung über inflammatorische Zytokine lymphozytären Ursprungs begünstigen. Lokale Hypoxie, ausgelöst durch zelluläre Proliferation, führt zur Produktion von Sauerstoffradikalen, welche eine Neovaskularisierung und die charaktreristische Transdifferenzierung von Fibroblasten zu glatten Muskelzellen bzw. Myofibroblasten auslösen. Die medikamentösen Standardtherapien von LUTS auf Grund von BPH/BPE haben sich seit 15 Jahren wenig geändert. Es sind dies die Blockade α-adrenerger Rezeptoren und die Hemmung des DHT-konvertierenden Enzyms 5α-Reduktase. In unserer Arbeit fassen wir die vermutlichen molekularen Mechanismen zur Entstehung der BPH/BPE zusammen und zeigen neue Wege zur therapeutischen Intervention auf. Zukünftige Ansätze beinhalten möglicherweise selektive Hormon Antagonisten/Agonisten, anti-stromal Therapie, Vitamin-D Analoga und Substanzen zur Wiederherstellung des Redox Gleichgewichts.

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