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Foto: flickr / Pentcheff & Wetzer
In Eisenstadt wird zur Jahrestagung der Medizinischen Kontinenzgesellschaft Österreich geladen.
Foto: Privat

OA. Dr. Mons Fischer Facharzt für Urologie in Wien 22 (Ärztezentrum im Donauzentrum) und ab Oktober Präsident der Medizinischen Kontinenzgesellschaft Österreich (MKÖ)

 
Urologie 30. September 2009

Inkontinenz: Zwei von drei leiden still

Die Medizinische Kontinenzgesellschaft Österreich (MKÖ) und die erste World Continence Week informieren Mediziner und Laien.

Auf Initiative der International Continence Society (ICS) fand heuer vom 22. bis 28. Juni erstmals eine Weltkontinenz-Woche statt. In Österreich übernahm die 1990 gegründete Medizinische Kontinenzgesellschaft Österreich (MKÖ) diese Aktivitäten. Ziel war es, das Bewusstsein für diese Volkskrankheit zu stärken und für die Behandelbarkeit zu sensibilisieren. Betroffene sollen die Scheu verlieren, sich um Hilfe umzusehen. Im Oktober findet die Jahrestagung der MKÖ statt.

 

Trotz der hohen Zahl an Betroffenen – man rechnet allein in Österreich mit einer Million Menschen beiderlei Geschlechts – ertragen zwei von drei Betroffenen ihr Leiden still und unbehandelt. Das war auch das Thema unserer Kampagne anlässlich dieser Welt-Kontinenzwoche im Juni. Die meisten österreichweiten Medien haben angekündigt und berichtet. In einigen Hauptstädten der Bundesländer konnten sich Betroffene und auch deren Angehörige bei persönlicher Beratung über notwendige Untersuchungen, Behandlungen und vor allem über Anlaufstellen informieren. Unsere telefonische Beratungshotline unter 0810 100 455 stand Betroffenen und deren Angehörigen mit Rat zur Seite. Auch Informationsmaterial wurde auf Wunsch zugesendet. Am Montagnachmittag waren wir zum Radiodoktor auf Ö1 eingeladen.

Inkontinenz interdisziplinär

Die MKÖ setzt sich interdisziplinär mit dem Problem Inkontinenz auseinander. Alle Berufsgruppen, die sich professionell mit der Thematik befassen, waren von Beginn an in unsere Gesellschaft eingebunden. Heute ist die MKÖ mit ungefähr 500 Mitgliedern maßgeblich an der Vernetzung von Fachärzten (hauptsächlich Urologen, Gynäkologen, Geriatern und Neurologen), Ambulanzen, Allgemeinmedizinern, Apothekern, Physiotherapeuten, Pflegeberufen und der Öffentlichkeit beteiligt.

Unsere Gesellschaft ist wesentlich in die Sonderausbildung zur Fachschwester bzw. zum Fachpfleger für Kontinenz- und Stomaberatung eingebunden. Weitere Aufgaben sind die Zertifizierung von Beckenbodenzentren und die Qualitätskontrolle von Inkontinenzhilfsmitteln. Österreichweit werden zahlreiche Fortbildungsveranstaltungen angeboten. Als künftiger Nachfolger von Prof. Helmut Madersbacher als Präsident der MKÖ ist es mir ein besonders Anliegen, seine großartige Arbeit weiterzuführen, er selbst wird auch weiterhin im Vorstand eingebunden sein.

Jahrestagung im Oktober

 

Wir möchten alle an diesem Thema Interessierten zu unserer Jahrestagung vom 15. bis 17. Oktober 2009 nach Eisenstadt einladen. Das ausgewogene Programm steht unter dem Motto „Gemeinsam für Kontinenz“ und arbeitet verschiedene Themen interdisziplinär auf. Am Donnerstag, den 15. Oktober 2009 um 19 Uhr, findet ein kostenloses Seminar über Beckenbodendysfunktion speziell für Allgemeinmediziner statt. Jeder ist herzlich eingeladen zu kommen, um sich zu informieren.

Programm der Jahrestagung: www.inkontinenz.at

Weitere Informationen:

Medizinische Kontinenzgesellschaft Österreich (MKÖ)

Speckbacherstraße 1, 6020 Innsbruck

Tel.: 0512/58 37 03

Von Dr. Mons Fischer, Ärzte Woche 40 /2009

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