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Bruchstellen

Das Kuratorium für Verkehrs­sicherheit rechnet in diesem Winter mit über 60.000 Verletzten auf Österreichs Skipisten. Neben Tirol ist Salzburg das Bundesland mit den meisten Spitalsbehandlungen nach Ski- und Snowboardunfällen.

 Skifahrer

Foto: Daniel Stricker / pixelio.de

Rund fünf Millionen Ski-Tage sind es, die nach Angaben der Gasteiner Bergbahnen pro Saison allein im Einzugsgebiet des Krankenhauses Schwarzach verkauft werden. „Seit dem ersten Schneefall hatten wir erst wenige Beinbrüche, ab Dezember geht es erfahrungsgemäß aber so richtig los“, sagt Dr. Franklin Genelin, Leiter der Unfallabteilung des Kardinal Schwarzen­berg‘schen Krankenhauses im Salzburger Schwarzach. „Allein im letzten Jahr hatten wir über 2.700 ambulante Fälle, die von der Piste zu uns kamen, mehr als 1.500 Personen mussten wir stationär aufnehmen. Knie, Unterschenkel und Schulter sind die am meisten betroffenen Körperteile.“ Zwischen Weihnachten und Ostern wird das Schwarzacher Krankenhaus rund 500-mal von Rettungshubschraubern angeflogen, die aus den umliegenden Skibergen kommen.

Weniger Urlaub, mehr Dienste

Die erhöhte Anzahl der Patienten erfordert freilich organisatorische Maßnahmen. So verringern alle Mitarbeiter der Unfallabteilung freiwillig ihre Urlaube, beispielsweise geht statt wie sonst drei bis vier Ärzte in der Ski-Hochsaison immer nur maximal eine Person auf Urlaub. An Wochenenden werden die Dienstmannschaften verstärkt.
„Wir sind ein sehr gut eingespieltes Team“, betont Genelin. „Da Schwarzach ein sogenanntes Schwerpunkt-Krankenhaus ist, bieten wir ganzjährig ein breites unfallchirurgisches Spektrum an. Und gerade im Wintereinsatz haben unsere Fachärzte und Assistenten natürlich viel Erfahrung.“
Laut Kuratorium für Verkehrs­sicherheit waren neun Prozent der Unfälle von Skifahrern oder Snowboardern im Jahr 2006 auf Zusammenstöße zwischen Pistenbenutzern zurückzuführen. Beim Großteil der Unfälle (84 Prozent) handelte es sich um Stürze ohne die Beteiligung anderer Wintersportler. Ursache dafür sind meistens Wahrnehmungsfehler, Fahrfehler und Selbstüberschätzung. Bei vier von zehn Verletzungen handelt es sich um Knochenbrüche. Elf Prozent der Wintersportler zogen sich Kopfverletzungen zu. Eine Erhebung von OA Dr. Manfred Mittermair vom Krankenhaus Schwarzach, die er gemeinsam mit den Gasteiner Bergbahnen durchgeführt hat, zeigt, dass die meisten Verletzungen an Dienstagen und Sonntagen vorkommen, eine deutliche Häufung zeigt sich immer zwischen zwölf und 15 Uhr. Skifahren scheint jedoch insgesamt nicht so gefährlich, wie man glauben mag: Laut Statistik kommt nur ein gemeldeter Unfall pro 15.000 Abfahrten vor.
Die häufigsten Ursachen für Pistenunfälle sind übrigens Selbstüberschätzung, zu hohe Geschwindigkeit sowie das untrainierte bzw. unaufgewärmte Fahren. Alkohol spielte überraschenderweise im letzten Jahr eine untergeordnete Rolle in der Statistik. Dass der Salzburger Pongau kein Snowboard-Eldorado ist, zeigt sich auch an der relativ geringen Patienten-Zahl: Bei nur zehn Prozent der eingelieferten Unfälle handelt es sich um Snowboarder, der überwiegende Teil sind Skifahrer.

Quelle: Presseaussendung des Krankenhauses Schwarzach

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