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Sportmedizin 6. Juni 2007

Handverletzungen im Wintersport

Die Hand unterliegt praktisch bei jeder Sportart einer Gefährdung, sodass nicht verwunderlich erscheint, dass 20 Prozent aller Sportverletzungen die Hand und das Handgelenk betreffen.

Ursächlich für sportartspezifische Läsionen sind Kampf-, Ball-, Rückschlagsportarten, Turnen, Klettern und Gewichtheben. Manche Verletzungen der Hand sind so sportartspezifisch, dass dies in der Terminologie Berücksichtigung finden, beispielsweise beim „Basketballfinger“.
Sturzbedingte Verletzungen finden sich bei Sportarten, die aufgrund ihrer Dynamik mit hoher kinetischer Energie verbunden sind, etwa beim Rugby oder Snowboarden. Handverletzungen werden oft bagatellisiert, können aber unbehandelt zu einem großen funktionellen Ausfall führen.
Handverletzungen im Wintersport treten vornehmlich bei Stürzen auf. Zu den Wintersportarten mit dem größten Risiko für Handverletzung zählt Snowboarden. 39 Prozent aller Verletzungen betreffen die obere Extremität, davon sind gut ein Drittel im Handbereich lokalisiert. 50 Prozent aller schweren Verletzungen sind handgelenksnahen Frakturen. Beim Schilauf betreffen neun Prozent der Verletzungen den Unterarm und die Hand, wobei der „Schidaumen“, also der Riss des ulnaren Daumenseitenbandes am Daumengrundgelenk, die häufigste Verletzung darstellt, das gilt auch für den Schilanglauf. Die Häufigkeit von Verletzungen Schi alpin zu Schi Langlauf beträgt 100:1, wobei beim Langlauf 50 Prozent der Verletzung an der oberen Extremität lokalisiert sind.
Beim Biathlon sind vornehmlich Stürze auf die Hand als Ursache für Handverletzungen zu nennen. Dadurch entstehen Prellungen und Distorsionen am Handgelenk oder an einzelnen Finger. Eisschnelllauf und Short Track zeigt ähnliche Verletzungsmuster. Auch im Bob und Rodelsport sind Stürze Ursache von Handverletzungen. Beim Eishockey stellen die Handverletzungen sieben Prozent aller Verletzungen dar, wobei die Haupt­ursache direktes Trauma durch Puck oder Stockschlag ist. In den USA und Kanada wird auf einer kleineren Eisfläche gespielt als in Europa. Dies führt zwar zu einem attraktiveren und schnelleren Spiel, aber auch zu einem deutlich erhöhten Verletzungsrisiko. Auch beim Schispringen und Eiskunstlauf sind Handverletzungen eher selten und Folge von Stürzen. Skaphoidfrakturen und Kapsel-Bandverletzungen an den Fingern werden bei Stürzen in maximaler dorsaler Extension der Hand beobachtet.

Dr. Erich Altenburger,
O:K- Ordinationsgemeinschaft Korneuburg

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