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Sportmedizin 6. Juni 2007

Gut gedopt ist halb gewonnen?

Sport und Schmerzen? Gehört irgendwie nicht zusammen, und doch können Schmerzen beim Hochleistungssportler an der Tagesordnung stehen. Ein wichtiger Grund dafür ist der enorme Trainingsumfang.

 Biathleten
Weltcupauftakt im Biathlon November 2006 in Östersund/Schweden. Die starken psychischen und körperlichen Belastungen durch den Wettkampf sind den Sportlern deutlich im Gesicht anzusehen.

Foto: Hannes Lechner

Seit dem Jugendalter kommt es für Sportler über durchschnittlich 15 bis 20 Trainingsjahre zu extremen Belastungen (bei einem Trainings–pensum von 700 bis 900 Jahrestrainingsstunden). Diese (Über-) Belastung und vor allem auch übergangene Bagatelltraumen oder bereits chronifizierte Infekte können zu starken oder sogar chronischen Schmerzen führen.
Die Überlastungssyndrome sind je nach Sportart unterschiedlich. Beispielsweise beim Schilanglauf findet man in der Skating–Technik häufig Sehnenansatzentzündungen im Schulterbereich, Tendovaginitiden, Myalgien und Myo­klonien vor allem im Adduktorenbereich des Oberschenkels.
Wobei bei der klassischen Technik die oben genannten Beschwerden meist die Wadenmuskulatur, die Achillessehnen und den lateralen Ellbogen betreffen.
Immer wieder tauchen Doping–skandale rund um die wichtigsten Sportgroßereignisse des Jahres auf. Manchmal treten Zweifel auf, ob die Leistungen gemäß dem Motto „schneller, höher, weiter“ überhaupt noch ohne körperfremde leistungsfördernde Substanzen bewerkstelligt werden können.

Unbeabsichtigtes Doping

Es gibt immer wieder Fälle von nicht beabsichtigtem Doping. Es können das „Verunreinigungen von Nahrungsergänzungsmitteln“ (z.B. mit anabolen Steroiden wie bei Hans Knauss) oder eine „andersartige Zusammensetzung von Medikamenten“ sein (z.B. Rainer Schönfelder, der Influbene – u.a. Etilefrin – mit Influbene C – Paracetamol, Vit. C – verwechselte und so 2004 unter Dopingverdacht kam, oder der Schotten Alain Baxter, dem 2002 bei der Olympiade die Bronzemedaille im Slalom wieder abgenommen wurde, weil er einen unerlaubten Wick Nasenspray aus dem Supermarkt verwendete).
Ein Spitzensportler bräuchte demnach rund um die Uhr ärztliche Betreuung, um in keine Dopingfalle zu tappen, anders scheint Hochleistungssport nicht mehr durchführbar. Korrekt therapiert werden – also ohne die von der internationalen Dopingkommission World Anti-Doping Agency (Wada) aufgestellten Regeln zu missachten und damit eine Sperre oder sogar den Ausschluss eines Sportlers zu riskieren – kann nur mit genauer Kenntnis dieser Regeln. Das ist natürlich besonders wichtig für den Teamarzt der jeweiligen Leistungssportler, aber im Grunde für jeden Arzt, der einen Hochleistungssportler versorgt. Dem behandelnden Arzt ist ja oft nicht bekannt, dass der Patient Leistungssportler ist. Auf der Internet-Seite www.wada-ama.org kann man die aktuelle Liste der verbotenen Substanzen und Methoden nachlesen.

Sichere Schmerzbehandlung ohne Dopinggefahr

Für Präparate zur Schmerztherapie gibt es eindeutige Bestimmungen: Grundsätzlich können alle zur Behandlung notwendigen Medikamente eingesetzt werden, mit Ausnahme von Glukokortikoiden. Diese dürfen nicht systemisch verwendet werden, aber auch die lokale Anwendung muss durch eine sogenannte „Therapeutic Use Exemption“ (TUE) beantragt und abgesegnet werden.
Nicht auf der Dopingliste befinden sich Lokalanästhetika, sodass eine Behandlung mit beispielsweise Xyloneural jederzeit problemlos durchgeführt werden kann!
Ein Schmerzmittel muss entsprechend den besonderen Anforderungen im Hochleistungssport besondere Eigenschaften erfüllen. Neben der schnellen Wirkung sollte das Schmerzmittel der Wahl einen möglichst geringen Einfluss auf das gastrointestinale System haben, da der Sportler zudem Wettkampfstress und Konkurrenzkampf ausgesetzt ist.
Auch darf es nicht mit Zusatzernährungspräparaten oder inhalativen Beta2-Sympathomimetika wechselwirken und sollte bei Bedarf auch gut entzündungshemmend wirken. Seractil (Wirkstoff Dexibuprofen) erfüllt diese Bedingungen besonders gut, ohne wie bei anderen NSAR bei hoher Dosierung zur Ermüdung des Sportlers zu führen, wie das z.B. bei Mefenaminsäure der Fall ist.
Die gute gastrointestinale Verträglichkeit von Seractil im Vergleich zu Diclofenac und Ibuprofen konnte in einer aktuellen Studie auch endoskopisch gezeigt werden1. Zudem kann die gute, schnelle und stark entzündungshemmende Wirkung von Seractil bei postoperativen und posttraumatischen Schmerzzuständen die schnelle Rehabilitation eines Sportlers ebenfalls positiv unterstützen2.

1 Gomez et al., Modification of pepsinogen I levels and their correlation with gastrointestinal injury after administration of dexibuprofen, ibuprofen or diclofenac: a randomized, open-label, controlled clinical trial, Int J Clin Pharm Ther, 44, 4/2006 (Zusammenfassung auch auf deutsch erhältlich)
2 Bartalsky L., Seractil forte 400mg-Filmtabletten bei der Behandlung postoperativer und posttraumatischer Schmerzzustände, Clinicum 1999

Die beiden Studien können kostenlos bei der Firma Gebro telephonisch unter 05353/5300-0 oder per Fax unter 05353/5300-731 angefordert werden!

Dr. Hannes Lechner
Teamarzt des österreichischen Nationalteams Biathlon
E-Mail:

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