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Sportmedizin 17. Oktober 2007

Anworten auf sportliche Fragen

Anfang Dezember ist traditionell Sportärztewoche-Zeit, und das schon zum 23. Mal. Wie schon seit Jahren treffen sich auch heuer wieder zum Auftakt der Schisaison internationale Sportärzte zu einem Erfahrungs- und Meinungsaustausch am Fuß des Kitzsteinhorns.

„Real-life-Bedingungen“ verspricht das Programm, „das bedeutet, dass die Ärzte vor Ort mit Hochleistungssportlern diskutieren können“, erläutert der Neurologe Dr. Andreas Winkler, der gemeinsam mit dem Unfallchirurgen und ÖSV-Teamarzt Dr. Erich Altenburger das Meeting in Zell am See organisiert. „Da geht es zum Beispiel darum, wie Olympiasieger es schaffen, in ihr Training auch psychologische Betreuung einzubauen“, so Winkler im Gespräch mit der Ärzte Woche. Ziel sei ja, zum richtigen Zeitpunkt die maximale Leistung abzurufen, und dabei helfen Mentaltechniken. Dabei sein werden in diesen Diskussionsrunden die Olympiasieger Michaela Dorfmeister, Felix Gottwald und Karl Schnabl, der selbst Sportarzt ist. Von einem gern totgeschwiegenen Problem wird Schispringer Hubert Neuper berichten: dem Burnout bei Hochleistungssportlern.
Freilich betreuen nur wenige der rund 300 österreichischen Sportärzte WM-Teilnehmer und Olympioniken. Das Gros hat Hobby- oder Vereinssportler als Klientel. Doch auch für sie ist das Betätigungsfeld weit, „und zwar sowohl in präventiver als auch in therapeutischer Hinsicht“, wie Winkler betont. So geht es etwa bei Menschen, die zur Reduktion ihres Übergewichts mit einem regelmäßigen Bewegungsprogramm beginnen wollen, darum, ihre Sporttauglichkeit zu testen, ihnen die geeignete Sportart zu empfehlen und einen Trainingsplan zu erstellen. „Bei verschiedenen Erkrankungen wie Bluthochdruck, Osteoporose oder Lungenproblemen kann Sport therapeutisch eingesetzt werden – mit der entsprechenden Beratung“, so Winkler.
Aber auch gut trainierte Hobbysportler brauchen eine vernünftige Begleitung. Beispielsweise müs­sen passionierte Jogger vor ihrer ersten Teilnahme an einem Marathon darauf hingewiesen werden, dass sie danach langsam weitertrainieren und das körperliche Defizit ausgleichen müssen, sich aber trotzdem neue Ziele setzen sollen, um nicht in eine Erschöpfungsdepression zu verfallen. Immer deutlicher kristallisiert sich laut Winkler heraus, dass eine der wesentlichsten Aufgaben der Sportmedizin die Stellungnahme zu internistischen Fragen des Gesundheits- und Leistungssports ist. Auf der Tagung in Zell am See sollen diesbezügliche Trends aufgezeigt werden.

Internationale Sportärztewoche
2. bis 7. Dezember 2007,
Zell am See, Salzburg
www.aerztekongress.at

Elisabeth Tschachler-Roth, Ärzte Woche 42/2007

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