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Dr. Jan Rosenleitner, FA in Ausbildung f. Psychiatrie ©
 
Sportmedizin 5. Juli 2016

Doping ist auch im Fußball ein großes Thema

Für Profi-Sportler gibt es bei der Fußball-Europameisterschaft und der Tour de France viel zu verlieren und nur für die wenigsten etwas zu gewinnen. Der Druck auf die Sportler ist enorm.

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten um mit diesem Druck umzugehen – legale wie auch illegale. Mentaltraining hat sich in den vergangenen Jahren in vielen Sportarten als eine Methode etabliert um mit psychischen Herausforderungen und Extremsituationen umzugehen. Doping steht auf der anderen Seite.

Radsport zählt mit Leichtathletik zu den Sportarten, die seit Jahrzehnten mit beständiger Regelmäßigkeit mit Dopingfällen in den Schlagzeilen negativ auf sich aufmerksam machten. Jedes Mal ein Stich ins Herz eines Radsportfans! Radsport ist seit Anbeginn eng mit der Einnahme stimulierender und betäubender Substanzen verbunden. Hier sei an den Anfang des vergangenen Jahrhunderts erinnert, in dem sich die Radfahrer mit Amphetaminen, Heroin, Strychnin und Alkohol dopten, um die Strapazen der Tour zu ertragen. Auch im Fußball ist Doping Thema. Laut UEFA wurden vor der Euro 1.278 Proben abgenommen. In jedem Spiel werden zwei Spieler pro Team getestet. So sagt der deutsche Anti-Doping-Experten Sörgel auf derstandard.at : „Der Fußball bewegt sich dicht an der Grenze des Erlaubten, man versucht, mit Substanzen zu arbeiten, die gerade noch gehen.“

Doch was tun, wenn mentales Training nicht mehr ausreicht, um dem enormen Druck entgegenzuwirken? Was tun, wenn sich psychische Störungen manifestieren? Profisportler gelten als leistungsfähig, willensstark und werden als Idole der Gesellschaft stilisiert. Diese Attribute sind nicht in Einklang mit Depressionen, Angststörungen und Abhängigkeitserkrankungen zu bringen. Die Scham davor Schwäche zu zeigen und ein auf Leistungsoptimierung ausgelegtes Umfeld erschweren oftmals, dass zeitgerecht adäquate Hilfe aufgesucht wird. Ein zentrales Anliegen der AG Sportpsychiatrie der ÖGPP ist es Anlaufstellen für Leistungssportler zu schaffen um fachgerechte Hilfe für sie bei psychischen Problemen anzubieten.

Sich Hilfe zu holen, wenn man selbst nicht mehr weiter weiß, soll als Zeichen der Stärke angesehen werden – nicht nur bei Leistungssportlern!

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