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Sportmedizin 5. August 2005

Sportärzte warnen vor Leichtsinn auf den Pisten

Im Vorfeld der vom 7. bis 13. Dezember 2003 stattfindenden 19. Sportärztewoche in Kaprun, Salzburg, warnen Sportmediziner vor den ernsten Verletzungsfolgen, die auch in dieser Saison wieder den Wintersportlern drohen.

Es ist nicht immer nur Leichtsinn oder das Überschätzen eigener Fähigkeiten, die dazu führen, dass sich Wintersportler verletzen. Auch mangelhafte Ausrüstung und schlecht eingestellte Bindungen zählen zu den häufigsten Auslösern schwerer Unfälle.

Run auf die Spitäler

Wie gewohnt werden auch in diesem Winter wieder an die acht Millionen Skifahrer und Snowboarder die heimischen Pisten bevölkern. Durchschnittlich verletzen sich pro Saison rund 100.000 Wintersportler, davon 70.000 so schwer, dass ihnen eine Behandlung im Spital nicht erspart bleibt.
Am Nachmittag ist das Unfallrisiko etwa um die Hälfte höher als
am Vormittag, allein in den zwei Stunden zwischen 14 und 16 Uhr ereignen sich zirka 40 Prozent aller Unfälle.

Knochenbrüche, Sehnen- und Muskelverletzungen

Dr. Andreas Winkler, wissenschaftlicher Leiter der Kapruner Sportärztewoche: "Typischerweise sind Wintersportler, die im Krankenhaus landen, zu 55 Prozent männlich und im Schnitt 37 Jahre alt. Die typischen Unfallfolgen sind Knochenbrüche der Unterschenkel sowie Sehnen- und Muskelverletzungen. Im Gegensatz zu Skifahrern, bei denen Kniegelenksverletzungen an vorderster Front rangieren, sind bei Snowboardern und Carvern in der Mehrzahl der Fälle Verletzungen im Sprung- und Handgelenksbereich zu verzeichnen. Bei geübten Snwoboardern stellt das Schultergelenk eine besonders gefährdete Körperregion dar."
In Anbetracht der auf die Ärzte zukommenden Flut an Wintersport-Verletzten trägt das wissenschaftliche Programm der 19. Sportärztewoche in Kaprun nicht nur der Prävention und akuten Versorgung von Unfallopfern Rechnung, sondern befasst sich verstärkt mit dem Thema Rehabilitation.
"Die Qualität rehabilitativer Maßnahmen entscheidet ganz wesentlich darüber, inwieweit nach einer Verletzung der frühere Funktionszustand in einem Gelenk wieder hergestellt beziehungsweise eine sportliche Tätigkeit wieder aufgenommen werden kann", erklärt der Sportmediziner und Spezialist für physikalische Medizin, Dr. Walter Bily.

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