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Sportmedizin 5. August 2005

Carven - besonders gefährliche Skitechnik

Hausärzte sollten ihren Patienten beim alpinen Wintersport lieber zum herkömmlichen Skifahren als zum Carven raten: Die Chance, gesund einen Hang hinab zu kommen, ist beim Carven geringer. Besonders gefährdet sind die Knie. Vor allem, wenn Carver Skier mit Standerhöhungen benutzen.
Die allgemeine Verletzungshäufigkeit ist beim Carven höher als beim herkömmlichen Skifahren, haben Studien aus dem amerikanischen Skigebiet Vermont ergeben. Skifahrer mit Carving-Skiern erlitten etwa 40 Prozent häufiger Verletzungen als jene mit herkömmlichen Skiern.
Zudem ergab eine Befragung von 412 Carvern - Anfänger bis Profis -, dass jeder siebte mindestens einmal eine Verletzung erlitten hat. Dabei war die Verletzungshäufigkeit unabhängig vom Fahrkönnen, berichtet Dr. Manfred L. Dingerkus von der Poliklinik für Sportorthopädie der TU München. Verletzungen seien deutlich häufiger gewesen, wenn die Skier Standerhöhungen hatten: Nur vier der verletzten Carver fuhren ohne Plattenerhöhung (Sport Orthopädie Traumatologie 17, 2001, 213).
47 Prozent der Carver verletzten sich am Knie. Am zweithäufigsten betroffen waren mit 18 Prozent Hände und Handgelenke. Viele Schäden kamen am Kapsel-Band-Apparat (66 Prozent) vor, gefolgt von Knochen und Knorpeln. Häufigste Verletzungsart waren Rupturen, weniger häufig Zerrungen und Frakturen.
Beim Schilaufen betrafen nach Angaben der Auswertungsstelle für Schiunfälle aus dem Jahr 1997 nur 49 Prozent der Verletzungen die Beine. Beim Carven sind es 62 Prozent. Grund: die spezielle Fahrweise und die Form der Skier, so Dingerkus.
Besondere Bindungsplatten und Schuherhöhungen sorgen für eine direkte Kraftübertragung, erschweren jedoch die Kontrolle - und ein Verschneiden mit taillierten Skiern erhöhe das Risiko fürs Kniegelenk. 

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