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Innere Medizin 4. Oktober 2005

Moderater Sport tut Krebspatienten gut

„Schonen Sie sich“, hieß es noch vor wenigen Jahren zu Krebspatienten. Dieses Dogma ist vollständig verlassen und die Empfehlung zu körperlicher Aktivität von Sportmedizinern klar artikuliert. Allerdings ohne Überanstrengung.

Die Ergebnisse kontrollierter Studien und auch die Erfolge von Sportlern wie Lance Armstrong, die nach einer Krebserkrankung weiter Hochleistungssport betreiben, haben zu einem Umdenken geführt. So lassen epidemiologische Studien vermuten, dass regelmäßiger Sport die Inzidenz von Kolon- und Mammakarzinomen reduziert. Ob Sport prognostisch günstig ist, wenn bereits eine Krebserkrankung vorliegt, ist jedoch ungeklärt. Unklar ist auch, ob körperliche Aktivität das gesamte Krebsrisiko senkt. Denn es gibt auch Studien, in denen ein Zusammenhang zwischen vermehrter körperlicher Aktivität und Ovarialkarzinomen und Hodentumoren festgestellt wurde. Allerdings lasse sich mit einer Bewegungstherapie der körperliche und psychische Zustand von Krebspatienten deutlich verbessern, so Dr. Fernando Dimeo vom Institut für Sportmedizin der Charité Berlin. Dimeo empfiehlt daher Ausdauer- und Krafttrainingsprogramme während und nach der Therapie.
Sport, so Dimeo, beeinflusse die Produktion von Hormonen und Wachstumsfaktoren sowie das Immunsystem und den Stoffwechsel in vielfältiger Weise. Nach derzeitigem Kenntnisstand könne körperliches Training dann empfohlen werden, wenn nicht gleichzeitig chronische Erkrankungen vorliegen wie instabile Angina pectoris, ein schlecht eingestellter Hypertonus oder ein Diabetes. Werden potenziell kardio- und nephrotoxische Substanzen verabreicht, ist bis 24 Stunden nach der Therapie Schonung empfehlenswert. Das gilt auch nach einer mediastinalen oder Ganzkörperbestrahlung. Leuko- oder Neutropenie hingegen stellen keine Kontraindikation dar.

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