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Sportmedizin 4. Juni 2013

Was macht Sportler anfällig für Vorhofflimmern?

Ein Zusammenhang zwischen ambitioniertem Ausdauertraining und dem Auftreten von Vorhofflimmern ist in Studien wiederholt beobachtet worden, etwa bei Marathonläufern, Skilangläufern oder Radsportlern. Nach den vorliegenden Daten tritt dieses Phänomen primär bei älteren männlichen Sportlern auf, während sich bei jüngeren sportlich aktiven Männern und Frauen bisher keine Hinweise auf eine erhöhte Prävalenz von Vorhofflimmern fanden. Anhaltspunkte dafür, dass Ausdauerbelastung die bekannten Trigger im Bereich der Pulmonalvenen verstärkt, gibt es bisher nicht. Wahrscheinlicher ist, dass die Mechanismen im arrhythmogenen Substrat und in Veränderungen des autonomen Nervensystems zu suchen sind. Unter diesem Aspekt hat ein internationales Team von Forschern Dr. Eduard Guasch und Dr. Begoña Benito eine Studie gestartet, um den proarrhythmogenen Pathomechanismen bei Ausdauerbelastung auf die Spur zu kommen. Die dabei untersuchten „Sportler“ waren allerdings Ratten, die 16 Wochen lang auf dem Laufband ein tägliches Trainingsprogramm zu absolvieren hatten. Als Kontrollen dienten körperlich inaktive Artgenossen.

Verstärkung der vagalen Aktivität

Nicht überraschend zeigten die trainierten Tiere kardiale Strukturveränderungen (Remodeling), die denen von sportlich aktiven Menschen glichen: Als Folge der Volumenbelastung stellten sich eine exzentrische ventrikuläre Hypertrophie und eine atriale Dilatation ein. Die Forscher konnten außerdem zeigen, dass die Arrhythmie bei Tieren mit entsprechendem Remodeling durch programmierte Elektrostimulation wesentlich leichter induzierbar war als bei Kontrolltieren.

Zusätzlich zur Dilatation entwickelten die trainierten Tiere eine histologisch nachweisbare atriale Fibrose und wie bereits von Ausdauersportlern bekannt, führte das regelmäßige Training auch im Tiermodell zu einer Steigerung des parasympathischen Tonus.

Allerdings ist die vagale Aktivierung nach Auffassung der Studienautoren kein Pathomechanismus, mit dem sich Vorhofflimmern bei Ausdauersportlern allein hinreichend erklären ließe. Denn die Veränderungen des autonomen Nervensystems stellten sich während des Trainings relativ früh ein, während eine erhöhte Arrhythmie-Anfälligkeit erst viel später nachweisbar war.

Quelle: Guasch E et al. Journal of the American College of Cardiology 2013, 10.1016/j.jacc.2013.01.09

 

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