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Sportmedizin 5. März 2013

Kampf- und Ausdauersport vergrößern Hirnareale

Leistungssportler haben in bestimmten Hirnregionen mehr graue Substanz als Nichtsportler.

Dass intensiver Sport zu Veränderungen im Gehirn führt, haben Neurophysiologen der Universität Bochum nachgewiesen.

Mithilfe der Kernspintomografie wurden Aufnahmen der Gehirne von 26 Leistungssportlern und zwölf Nichtsportlern gemacht. Unter den Sportlern waren 13 Kampfsportler, vor allem Judoka und Karateka, und 13 Ausdauersportler, vor allem Marathonläufer und Triathleten.

Die Bilder der Kernspintomografie zeigten, dass die Sportler in einer bestimmten Hirnregion, dem supplementären motorischen Areal (SMA), deutlich mehr graue Substanz aufwiesen als die Nichtsportler. Bei den Ausdauersportlern fand man sogar in zwei Hirnregionen, dem SMA und dem Hippocampus mehr graue Substanz als bei den Nichtsportlern.

Vermehrtes Zellwachstum oder bessere Durchblutung?

Graue Substanz besteht vorwiegend aus Nervenzellkörpern im Gegensatz zu den Nervenfasern, die die weiße Substanz bilden. Ob die kernspintomografisch erfassten Veränderungen von einem Zellwachstum herrühren, oder etwa von einer stärkeren lokalen Durchblutung, ist noch nicht abschließend geklärt.

„Lange dachte man, dass sich das erwachsene Gehirn strukturell nicht mehr verändert. Mittlerweile wissen wir, dass etwa Lern- und Trainingsprozesse noch zu Veränderungen führen können,“ erklärt der Studienleiter, Prof. Dr. Tobias Schmidt-Wilcke.

Mehr Leistung im Arbeitsgedächtnis?

Mit weiteren Untersuchungen will man nun herausfinden, ob die Zunahme der grauen Substanz bei Leistungssportlern Auswirkungen auf andere Lebensbereiche hat. Eine Arbeitshypothese wäre, dass die Zunahme der grauen Substanz im SMA die Leistung des Arbeitsgedächtnisses erhöht – also die Fähigkeit, schnell Informationen zu verarbeiten und Entscheidungen zu treffen. Eine frühere Untersuchung habe gezeigt, so Schmidt-Wilcke, dass schon Walking zu einer Zunahme des Hippocampus-Volumens führt und das Langzeitgedächtnis fördert, das im Hippocampus verortet wird.

Kongress in Leipzig

Detaillierte Auskunft zu ihrer Studie und zu möglichen Konsequenzen werden die Forscher auf der 57. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und funktionelle Bildgebung (DGKN) geben, die vom 21. bis zum 23. März 2013 in Leipzig stattfinden wird. Nähere Informationen zu dieser Veranstaltung finden Sie unter: www.dgkn-kongress.de.

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