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Zu viel Dämpfung im Schuh erhöht das Risiko für ein Umknicken im Sprunggelenk.
 
Sportmedizin 11. Dezember 2012

Zuviel Dämpfung im Laufschuh schadet nur

Das Verletzungsrisiko für Sehnen und Gelenke nimmt mit High-Tech-Laufschuhen zu.

Federnde Sohlen gelten als Nonplusultra beim Komfort, insbesondere im Langstreckenlauf. Beim diesjährigen Fußsymposium in der Orthopädischen Klinik Bad Abbach wurde jetzt aber deutlich: Weiche Sohlenpolster schützen nicht, sondern steigern das Verletzungsrisiko für Sehnen, Gelenke und Muskeln. Zu viel Dämpfung im Laufschuhwerk erhöht das Risiko für ein Umknicken im Sprunggelenk und kann zu Überlastungsschäden an den Sehnen des Läufers führen. Als echten Fortschritt sehen die Sportmediziner dagegen den Trend weg vom Laufschuh von der Stange hin zu individualisierten, aus Modulen gefertigten Modellen.

Die zunehmenden sportliche Aktivitäten vor allem auch älterer Menschen erhöhen das Risiko für Überlastungsschäden und Verletzungen an Sehnen, Gelenken und Muskeln, vor allem im Bereich der Beine. Die Behandlung dieser Verletzungen ist oft langwierig: „20 bis 40 Prozent der Bandverletzungen am Sprunggelenk beispielsweise hinterlassen bleibende Beschwerden“, so der Direktor des Bad Abbacher Klinikums, Prof. Dr. Joachim Grifka.

Im Therapiezentrum hat man sich mittlerweile auf das Problem der wachsenden Fallzahlen bei den Freizeitsportlern eingestellt. Die häufigsten Muskelverletzungstypen wie Zerrungen und Muskelfaserrisse können heute besser als früher durch Ultraschall und auch Kernspintomografie lokalisiert und in ihrer Schwere eingeschätzt werden. Durch elastische Kompressionsbehandlung, Kinesiotapes und lokale Injektionen wird der Heilungsprozess angeregt, der Lymphabfluss verbessert und eine schnelle Schmerzlinderung erzielt.

Wie die Referate beim Symposium zeigten, bieten moderne apparative Techniken wie zweidimensionale Ganganalyse und Pedobarografie (Fußdruckmessung) heute die Möglichkeit, Fehlbelastungen bei Hobby- und Profisportlern rechtzeitig zu erkennen und durch individualisierte, computerunterstützte Einlagenanfertigung zu korrigieren. „Auch die häufigen Überlastungsprobleme beim Nichtsportler im Alltag können durch diese Methodik gut behandelt werden“, sagt Dr. Sven Anders, einer der Spezialisten für die Behandlung von Fußerkrankungen. Der wichtigste Faktor für einen ungetrübten Laufspaß bleibe jedoch die gute Passform der Laufschuhe. Die Experten raten deshalb heute, neue Laufschuhe vor dem Kauf intensiv und unter verschiedenen Bedingungen zu testen. Ambitionierte Läufer sollten mehrere Paare ihres Laufschuhs abwechselnd benutzen und die Schuhe nach ca. 1000 km Laufstrecke ausmustern.

Sind Operationen am Fuß- und Sprunggelenk nicht mehr zu vermeiden, profitieren die Patienten von neuen Operationsmethoden. So können zum Beispiel die Wiederherstellung gerissener Achillessehnen oder Knorpelrekonstruktionen des Sprungbeines häufig bereits minimalinvasiv durchgeführt werden. „Für den Patienten bringt das Vorteile bei der Wundheilung und eine schnellere Wiederherstellung der Beweglichkeit“, so Anders.

Asklepios Klinik /CL, Ärzte Woche 50/52/2012

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