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Sportmedizin 6. Dezember 2012

Kinder sollten auf der Piste auch Wirbelsäule besser schützen

Protektoren ein Schwerpunktthema bei der Sportärztewoche in Kaprun.

  
"Die Einführung der Helmpflicht für Kinder auf der Piste ist das Beste, was passieren konnte." Das erklärte Manuel Sabeti-Aschraf, Facharzt für Orthopädie und orthopädische Chirurgie an der Medizinuniversität Wien, anlässlich der derzeit stattfindenden Sportärztewoche in Kaprun. Der nächste Schritt sollte ein verbesserter Schutz der Wirbelsäule für Kinder beim Skifahren sein.


"Wirbelsäulenprotektoren gibt es derzeit hauptsächlich für Erwachsene, für Kinder wäre das eine wichtige Marktnische", meinte der Mediziner: "Je kleiner der Skifahrer, desto höher ist die Gefahr." Man müsse sich nur vorstellen, welche Kräfte frei werden, wenn ein erwachsener Skifahrer mit hohem Tempo mit einem Kind kollidiere. Der Helm schütze den Schädel, aber senke nicht das Risiko von Verletzungen der Halswirbelsäule.

Skiverletzungen im Rückgang


Grundsätzlich würden im Skisport die Verletzungen gemessen an der Anzahl der Skifahrer weniger. Doch die Blessuren würden schwerer, sagte der Mediziner. Dabei werde mit Abstand am häufigsten das Kniegelenk verletzt, danach folgen Kopf- und Wirbelsäulenverletzungen.

Die großen Radien, die mit Carvingskiern gefahren werden, seien belastend für die Knie, meinte der Orthopäde. Die Sportler verletzen sich das Kreuzband, das innere Seitenband oder den Meniskus, im schlimmsten Fall sind alle drei betroffen. Protektoren, die diese Verletzungsmuster verhindern oder mindern, gebe es bisher nicht. "Wenn man stark nach hinten fällt, geht die Bindung nicht auf", sagte der Mediziner: "Dieses Problem hat die Industrie noch nicht im Griff."

Man dürfe Verletzungen am Kniegelenk nicht unterschätzen, warnt Sabeti-Aschraf: "Aus einer Kreuzbandruptur mit zusätzlichem Knorpelschaden wird mit einer großen Wahrscheinlichkeit später eine schwere Arthrose."

"Man sollte einen Helm tragen, und auch der Wirbelsäulenprotektor ist beim normalen Skilauf vernünftig, um Verletzungen zu verhindern", rät der Mediziner. Doch der wichtigste Protektor sei das Gehirn: "Eine vorausschauende, vernünftige Fahrweise und die richtige Einschätzung der eigenen Kondition und des Könnens."

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