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© Thinkstock (Getty Images/Hemera)
Harte Landung auf der Stange kann den Hoden prellen.
 
Sportmedizin 26. November 2012

Kronjuwelen in Gefahr

Verletzungen im Genitalbereich passieren sehr oft beim Mountain Biken.

Der größte Feind des Penis ist offenbar die Hose. Männer, deren bestes Stück sich im Reißverschluss verzwickt hat, sind in der Notfallversorgung keine Seltenheit. Hoden und Nieren leiden am meisten beim Sport, weibliche Genitalien dagegen geraten am häufigsten durch irritative Badezusätze aus der Bahn.

Einer US-Studie zufolge sind Verletzungen der Urogenitalregion etwa doppelt so häufig wie Zahnverletzungen. Die Autoren analysierten die Daten von 3.545 Patienten, die wegen einer Verletzung der Genitalien, der Harnwege oder der Nieren in der Notaufnahme einer Klinik behandelt wurden.

69 Prozent der Hilfesuchenden waren männlich, 37,5 Prozent zwischen 18 und 28 Jahre alt. Meist waren die äußeren Genitalien verletzt. Bei 8,4 Prozent waren die Nieren betroffen. Insgesamt hatten 21,2 Prozent der Patienten Kontusionen erlitten, 16,8 Prozent Risse und Wunden. An dritter Stelle standen mit 5,7 Prozent Hautirritationen durch Flüssigkeiten, Chemikalien und Seifen sowie Verbrühungen. Für 88 Prozent der Verletzungsopfer ging die Sache glimpflich aus, sie wurden nach ambulanter Versorgung wieder nach Hause geschickt.

Mountainbike und Quad sind am gefährlichsten

Die meisten Unfälle, bei denen irgendwelche Gegenstände im Spiel waren, ereigneten sich beim Sport (30%). Das höchste Verletzungsrisiko für das Urogenitalsystem bestand beim Radsport, etwa indem der Fahrer bei einem Sturz auf die Stange des Mountainbikes oder auf den Sattel knallte, beim Fahren von Quads bzw. ATVs (All Terrain Vehicles) oder durch den heftigen Aufprall eines Balles.

Verletzungsträchtig sind aber auch Kollisionen mit Einrichtungsgegenständen oder die Verwicklung in Kleidungsstücke. Am häufigsten mussten hier Penisse befreit werden, die sich zwischen den Zähnen des Hosenreißverschlusses verheddert hatten.

Schmerzhafte Ausrutscher

Im Haushalt lauern insbesondere für ältere Menschen Gefahren. Sie fielen von Leitern und Hockern oder rutschten in Dusche oder Bad aus. Auch Verbrühungen waren keine Seltenheit. Fast ein Drittel der Verletzungen im Bad ereigneten sich auf der Toilette, etwa indem Penis oder Skrotum unter die Klobrille gerieten.

Frauen verletzten sich seltener in der Genitalregion als Männer, mit zwei Ausnahmen: Insbesondere jüngere Frauen schnitten sich bei der Pflege der Intimfrisur oder waren ungeschickt bei der Handhabung von Sexspielzeugen. Am häufigsten führt Frauen allerdings die Unverträglichkeit von Badezusätzen oder der Zusammenprall mit einem Möbelstück in die Notfallbehandlung.

Fahrradstangen polstern

Sind die Verletzungsmuster analysiert, so hoffen die Autoren, sinkt auch die Zahl der Unfälle. Denn verletzungsträchtige Anwendungen könnten dann gesichert werden, etwa durch Polsterung der Fahrradstange, rutschfeste Matten in der Wanne oder bessere Techniken bei der weiblichen Rasur.

Quelle: Bagga et al.: J Urol 2012

springermedizin.de, Ärzte Woche 48/2012

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