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Es gibt Hinweise, dass Kälte nach dem Training besser ist als nichts tun.
 
Sportmedizin 28. März 2012

Scheut der Muskelkater kaltes Wasser?

Ein Cochrane-Review hat untersucht, ob sich die schmerzhaften Folgen ausgedehnter Leibesübungen mit kaltem Wasser umgehen lassen. Fazit nach mehr als 120 Seiten: Nichts Genaues weiß man nicht.

Im Versuch, etwas mehr Licht in die Turnhallen dieser Welt zu bringen, haben Cochrane-Forscher um Chris Bleakley von der britischen University of Ulster, Newtownabbey, 17 kleine Studien mit zusammen 366 Probanden, die sich dem Thema gewidmet hatten, analysiert: Trotz einiger Hinweise auf positive Effekte kalter Tauchbäder wird die Prävention des Muskelkaters auch künftig rätselhaft bleiben.

Die Kaltwasserbäder in den verschiedenen Untersuchungen dauerten zwischen drei und 24 Minuten, bei Wassertemperaturen von fünf bis 15 °C. Vorangegangen waren ihnen verschiedene Arten sportlicher Bewegung, von Jogging über Radfahren bis hin zu Sportarten, die es nur im Labor gibt, wie 100-faches Repetieren der Bewegung einzelner Muskelgruppen.

Für die Muskelschmerzen nach 24, 48 und 72 Stunden ergaben sich Unterschiede, bezogen auf eine zehn Zentimeter lange visuelle Analogskala, von -1,27 cm, -1,58 cm bzw. -2,16 cm zugunsten des Kaltwasserbadens im Vergleich zum Verzicht darauf. Hierbei gilt eine Differenz von 1,4 cm als minimaler klinisch relevanter Unterschied.

„Wir haben einige Anhaltspunkte dafür gefunden, dass Kaltwasserbäder verglichen mit Nichtstun den verzögerten Muskelschmerz nach körperlichem Training reduzieren“, schreiben die Cochrane-Analytiker. Für einen Vergleich mit anderen Interventionen, etwa Kompressionsbehandlung, aktive Erholung und Wechsel- oder Warmwasserbäder, habe die Datenbasis nicht ausgereicht – wie überhaupt die vorgefundenen Studien nicht der obersten Wissenschaftsliga zuzurechnen seien. Die meisten Untersuchungen hätten nicht auf etwaige Nebenwirkungen der eisigen Prävention geachtet.

Bleakley, .C et al.: Cochrane Database of Systematic Reviews 2012; Issue 2. Art. No.: CD008262. doi: 10.1002/14651858.CD008262.pub2

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