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Krafttraining ist schon lange nicht nur für starke Männer ein Thema: Es gibt immer mehr Hinweise, welch enorme Wirkung es für die Gesundheit hat.
Foto: UMIT

Doz. Dr. Barbara Prüller-Strasser,
Leiterin des Instituts für Ernährungswissenschaften und Physiologie, UMIT

 
Sportmedizin 16. März 2012

Therapeutikum Krafttraining

UMIT-Studie: Ausdauertraining verringert Bauchfett, Krafttraining reduziert Entzündungsmarker.

Regelmäßige körperliche Aktivität – insbesondere Krafttraining – führt zu einer günstigen Beeinflussung des Verhältnisses von Muskel- zu Fettmasse und reduziert das Risiko für chronisch degenerative Erkrankungen auch über eine Verminderung von reaktiven Oxidationsvorgängen. Das ist das Ergebnis einer Studie an der Tiroler Health & Life Sciences Universität UMIT, die in der Fachzeitschrift Obesity Reviews veröffentlicht wurde.

Anhand einer Metaanalyse von 24 inkludierten randomisierten Studien analysierte Doz. Dr. Barbara Prüller-Strasser, Leiterin des Instituts für Ernährungswissenschaften und Physiologie an der Tiroler Health & Life Sciences Universität, UMIT, den Langzeiteffekt eines regelmäßigen Krafttrainings auf das viszerale Fett (Bauchfett) und diverse Entzündungsmarker wie CRP, das mit einem erhöhten kardiovaskulären Risiko verbunden ist. Die Untersuchungsergebnisse zeigen sehr schön, dass vor allem Ausdauertraining in der Lage ist, das gefährliche Bauchfett zu reduzieren, wobei in Kombination mit Krafttraining der Effekt noch ausgeprägter ist.

Krafttraining

Krafttraining wiederum kann den altersbedingten Anstieg an viszeralem Fett (+300 % zwischen 25 und 65) verzögern, der mit erhöhten Entzündungswerten im Alter korreliert.

Ausschließlich Krafttraining, und nicht einfach Bewegung oder Ausdauertraining, zeigte einen positiven Einfluss auf das C-reaktive Protein (CRP), das mit Krafttraining um durchschnittlich 25 Prozent gesenkt werden konnte. Diese Reduktion entspricht etwa einer medikamentösen Therapie mit Statinen. Es scheint so, dass die Zunahme der fettfreien Körpermasse den protektiven Mechanismus darstellt.

Desweiteren können mit einem intensiven Krafttraining (> 80 Prozent der Maximalkraft) auch die Profile diverser Adipozytokine, wie Adiponektin und Leptin, die einen starken Einfluss auf den Stoffwechsel und Entzündungsreaktionen haben, verbessert werden. Sowohl Ausdauertraining als auch Krafttraining wirken positiv auf die Gesundheit, jedoch auf unterschiedliche Art und Weise:

  • Ausdauertraining verbessert die aerobe Leistungsfähigkeit und reduziert das abdominale Fett wahrscheinlich effektiver.
  • Krafttraining verbessert die Muskelkraft und das metabolische Risiko, das bei einer reduzierten Muskelmasse im Alter erhöht ist. 

Quelle: Presseaussendung UMIT

Literatur:

B. Strasser, M. Arvandi and U. Siebert: Resistance training, visceral obesity and inflammatory response: a review of the evidence Obesity Reviews

Article first published online: 2 MAR 2012 | DOI: 10.1111/j.1467-789X.2012.00988.x

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