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Sportmedizin 1. Februar 2012

65.000 Verletzte in Wintersport-Saison erwartet

Für die Saison 2011/12 hat das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) mehr als 50.000 Wintersport-Unfälle mit bis zu 65.000 Verletzten prognostiziert. Die meisten Unfälle sind auf Übermüdung, mangelnde Konzentration und Kraftlosigkeit, besonders am Nachmittag, zurückzuführen, hieß es bei einer Pressekonferenz am Mittwoch. Auch Selbstüberschätzung auf den Pisten führt oft zu Schmerzen.

Bis zu den Wintersportlern ist diese Erkenntnis noch durchgedrungen: Laut Umfrage des Versicherungsverband Österreich (VVO) geben Betroffene schlechten Sicht- und Pistenverhältnissen oder anderen Teilnehmern die Schuld. Dabei handelt es sich zu 93 Prozent um "Alleinunfälle" ohne Fremdverschulden.

"Nicht vom Sakko in den Skianzug springen, anfangs langsam einfahren, vor allem gut auf die Saison vorbereiten", riet Othmar Thann, Direktor des KfV. Regelmäßige Pausen - "allerdings ohne Alkohol" - und entsprechende Schutzausrüstung seien ebenso wesentlich. So tragen zwar bereits 98 Prozent aller Kinder bis zum siebenten Lebensjahr einen Helm, bei den Erwachsenen sieht Thann aber noch Nachholbedarf. Der Befragung zufolge finden 40 Prozent der Helmverweigerer den Schutz "lächerlich", für weitere 25 Prozent ist er "unbequem". "Aber der Trend geht in die richtige Richtung", stellte Thann fest.

Dank des technischen Fortschritts und der gut präparierten Pisten seien Unfälle kaum noch auf äußere Faktoren, wie falsch eingestellte Bindungen, zurückzuführen. "Immer mehr Sportler greifen zudem auf Leihski zurück, die ohnehin optimal eingestellt werden", meinte er weiter.

Grundsätzlich unfallfreier seien weibliche Wintersportler unterwegs. "Ähnlich wie im Straßenverkehr schätzen Frauen das Risiko einfach besser ein", betonte Thann. Obwohl sich die Geschlechter bei der Sportausübung in etwa die Waage hielten, seien Männer etwa 64 Prozent der Opfer alpiner Skiunfälle und sogar 80 Prozent der Lawinentoten - bei rund 100 Lawinenunfällen jährlich.

Besondere Um- und Weitsicht legte Karl Gabl, Präsident des Österreichischen Kuratoriums für Alpine Sicherheit, Variantenfahrern und Skitourengehern ans Herz. "Wetterbericht hören, niemals allein unterwegs sein und Hänge in größeren Abständen einzeln überqueren", erläuterte er. Professionelle Tourengeher würden bei zu hohem Risiko zudem umkehren. Wichtig sei, die klassische Lawinenausrüstung - am besten mit Lawinen-Airbag.

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