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Sportmedizin 1. September 2011

Körperliche Aktivität, Training und Sarkopenie – zukünftige Herausforderungen

GRUNDLAGEN: Viele Studien haben nachgewiesen, dass die Ethologie von Sarkopenie multikausal und sehr komplex ist. Die Verminderung der Muskelmasse führt zu einem Verlust von Muskelkraft, später zu einem abnehmenden funktionellem Status mit eingeschränkter Mobilität, damit wiederum zu einem höheren Sturzrisiko und zum Schluss zu einem höheren Mortalitätsrisiko. Aktuelle Empfehlungen und Leitlinien geben an, dass körperliche Inaktivität oder ein abnehmendes Niveau der körperlichen Aktivität Teil des Entstehungszyklus von Sarkopenie sind und deshalb körperliche Aktivität als wichtige Säule bei der Entwicklung und Behandlung von Sarkopenie berücksichtigt werden muss. THEMA: Ergebnisse zum Zusammenhang von körperlicher Aktivität und dem Alternsprozess haben nicht immer eindeutige Resultate gezeigt. Diese Inkonsistenz der wissenschaftlichen Ergebnisse ist zum Einen darauf zurückzuführen, dass Begriffe und das zugrunde liegende Konstrukt nicht einheitlich benutzt werden. Zum Anderen beruhen die unterschiedlichen Ergebnisse in der Heterogenität der Zielpopulation, Art der Interventionen oder auch den eingesetzten Messinstrumentarien. Diese Aspekte werden in dem Artikel thematisiert. Mit Bezug auf die zukünftigen Herausforderungen für die Rolle und den Einsatz von körperlicher Aktivität werden zusätzlich in diesem Artikel mögliche Barrieren und Anregungen zur Prävention und Behandlung von Sarkopenie diskutiert. Eine Vielzahl von Studien zeigt, dass strukturierte und gut geplante Trainingsprogramme, bestehend aus progressivem Krafttraining oder einem Schnellkrafttraining, positive Effekte auf die Sarkopenie oder Sarkopenie bezogene Komponente haben. Weniger eindeutig ist allerdings der Erkenntnisstand zum Transfer dieser Ergebnisse auf funktionelle Parameter. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Beides, körperliche Aktivität und Training, haben gezeigt, dass sie das Sarkopenierisiko und den Beginn von funktionellen Einschränkungen bei älteren Menschen reduzieren können. Unglücklicherweise weist die Kohorte älterer Menschen gerade die höchsten Anteile von inaktiven oder gering aktiven Menschen auf. Deshalb scheint es zwingend notwendig, ältere Menschen zu motivieren, ihr körperliches Aktivitätsniveau zu erhöhen und sicheren Zugang sowie entsprechenden Trainingsprogramme bereit zu stellen.

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