zur Navigation zum Inhalt
 
Sportmedizin 21. April 2011

Mangelhafte Leistungsentwicklung im Ausdauerbereich bei 14–19-jährigen Wintersportlern an Sportgymnasien

In sportmedizinischen Untersuchungen erzielten jugendliche Athleten häufig nicht die erwarteten Ausdauerleistungen.
In dieser prospektiven, longitudinalen Studie wurden 180 Schüler aus 2 Sportgymnasien (A und B) von der 9. bis zur 12. bzw. 13. Schulstufe untersucht. Die erste maximale Ergometrie wurde zu Beginn der 9. Jahrgangsstufe entweder auf dem Fahrrad oder Laufband absolviert und danach bei allen Schülern jährlich bis zum Schulende kontrolliert Die Sportarten umfassten alpines Schifahren (42 Mädchen, 86 Jungen) und nordische Disziplinen (23 Mädchen, 29 Jungen).
Alpines Schifahren: Die Absolutleistung der Mädchen der Schule A verbesserte sich bis zur 11. Klasse signifikant (p<0,05) von 197±24 auf 215±32 Watt, verschlechterte sich jedoch im letzten Schuljahr zurück auf das Ausgangsniveau. Die relative, auf das Körpergewicht bezogene Leistung blieb konstant unverändert. In der Schule B kam es zu einer kontinuierlichen, signifikanten (p<0,05) Leistungsverbesserung von202±25 auf 215±42 Watt. Die relative Leistung verschlechterte sich signifikant (p<0,05).
Die Jungen steigerten ihre absolute Leistung in der Schule A signifikant von 260±46 auf 338±65 Watt (p<0,01) und in der Schule B signifikant von 245±43 auf 291±54 Watt (p<0,05). Die relative Leistungsfähigkeit blieb in beiden Schulen unverändert. Nordische Disziplinen: Die Mädchen verbesserten ihre maximale Laufleistung bis zur 11. Klasse signifikant von 13,3±0,9 auf 14,0±1,2 km/h (p<0,05), im letzten Jahr verschlechterten sie sich auf ihr Ausgangsniveau. Die Jungen erreichten eine kontinuierliche signifikante Verbesserung von 14,6±1 auf 16,1±0,7km/h (p<0,01). Die Zunahme von Körpergröße und -gewicht korrelierte eng mit der Leistungsverbesserung (Fahrrad: r=0,98 für Größe, r=0,96 für Gewicht; p<0,001; Laufband: r=0,76 für Größe, r=0,64 für Gewicht; p<0,01).
Die beobachtete Leistungsverbesserung beruhte bei den untersuchten Sportlern hauptsächlich auf der Zunahme von Körpergewicht und - größe und zeigt somit Defizite beim Training auf.

M. Kollmann, E. Ledl-Kurkowski, Prim. Univ.-Prof. Dr. Dr. Josef Niebauer, Sport- und Präventivmedizin 1/2011

Volltext dieses Beitrags / entire article auf SpringerLink

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben