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Foto: wikipedia
Viele Teilnehmer wissen nicht, dass sie auf Pollen allergisch reagieren.
 
Sportmedizin 6. April 2011

Läufer mit laufenden Nasen

Medaillen, Muskelkater und allergische Symptome – was Marathoni erwartet

Einer britischen Studie zufolge leidet jeder dritte Marathonläufer nach dem Event an allergischen Symptomen.

 

Schnupfen nach dem Marathon ist unter Läufern gar nicht selten, aber häufig wird er damit erklärt, dass Infektionen aufgrund des geschwächten Immunsystems nach der Anstrengung sowieso häufiger auftreten. Forscher der britischen Northumbria University haben nun allerdings festgestellt, dass zahlreiche Fälle von brennenden Augen, laufenden oder verstopften Nasen allergische Reaktionen sind.

150 Teilnehmer des Londoner Marathons im letzten Jahr füllten Fragebögen aus, gaben Blutproben ab und protokollierten Symptome, die sie in den drei Tagen nach dem Wettkampf gehabt haben.

Birkenpollen in Hochform

61 Prozent der Läufer berichteten von Augen- und Nasenproblemen. Darauffolgende Bluttests ergaben, dass 35 Prozent der Sportler Immunglobulin-E-Werte aufwiesen, die für eine Allergie sprachen.

Pollen verursachten bei 14 Prozent der Probanden Beschwerden. Am Wettkampftag wurden hohe Birken- und Platanenpollenwerte gemessen.

Klare Asthmagefahr

Studienautorin Dr. Paula Robson-Ansley meint dazu: „Diese Fälle von Schnupfen nach der Veranstaltung erscheint unbedenklich, aber es besteht ein klares Risiko, dass Menschen als Folge des Sports Asthma und Entzündungen der Atemwege entwickeln. Nur acht Prozent nahmen Allergiemedikamente ein, es besteht also ein deutlicher Diskrepanz zwischen der Anzahl Menschen, die von einer Behandlung profitieren würden, und denen, die sie tatsächlich erhalten.“

Olympische Spiele 2012 mit Gräserpollen

Robson-Ansley blickt auch schon mit Sorge auf die Olympischen Sommerspiele, die nächstes Jahr in London stattfinden, denn die finden in der Gräserpollen-Saison statt: 29 Prozent der Läufer zeigten eine Immunoglobulin-E-Reaktion auf Gräserpollen. „Wenn fast drei von zehn Menschen potenziell allergisch auf dieses verbreitete Allergen ist, sollten die olympischen Athleten vor den Spielen getestet werden, damit ein entsprechendes Behandlungsregime eingeleitet werden kann.“

 

Quelle: Aussendung der Northumbria University

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