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Foto: Privat
Forscher und Ironman-Teilnehmer Mag. Dr. Oliver Neubauer (rechts).
 
Sportmedizin 7. Dezember 2010

Harte Kerle bei guter Gesundheit

Österreichische Studie: Ironman-Triathlon ist nicht gesundheitsgefährdend.

Ob extreme sportliche Ausdauerbelastungen Gesundheitsrisiken bergen, untersuchte das Team um Prof. Dr. Karl-Heinz Wagner und Mag. Dr. Oliver Neubauer vom Department für Ernährungswissenschaften der Universität Wien. Sie analysierten die Auswirkungen eines Ironman-Triathlons auf gesundheitsrelevante biochemische und molekularbiologische Parameter.

 

Eine extreme Belastung machen Triathlethen bei einem Ironman-Bewerb durch: 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42 km Laufen. „Als mögliche Ursache für Negativeffekte gilt die Überproduktion von potenziell zellschädigenden reaktiven Sauerstoffspezies“, erklärt Karl-Heinz Wagner vom Department für Ernährungswissenschaften der Universität Wien und Leiter der Arbeitsgruppe Emerging Field Oxidative Stress and DNA Stability. „Im Mittelpunkt unserer Forschung standen daher oxidative Schädigungen von Blutzellen, Blutlipiden und Zellbestandteilen im Blut.“

Regenerationsverlauf

Im Rahmen eines vom Wissenschaftsfonds FWF geförderten Forschungsprojekts wurde 42 männlichen Teilnehmern des Ironman Austria zu fünf Zeitpunkten Blut entnommen: zwei Tage vor dem Ironman, unmittelbar nach der (durchschnittlich knapp elfstündigen) Dauerbelastung sowie einen Tag, fünf Tage und 19 Tage nach dem Wettkampf. „Noch nie wurden über einen derart langen Zeitraum der Regenerationsverlauf von Biomarkern für oxidativen Stress und Indizes für die Stabilität des Genoms untersucht“, sagt Wagner.

Keine nachhaltigen Zellschäden

Die Wissenschafter konnten erstmals nachweisen, dass „die enorme Belastung trotz vorübergehender Anstiege bei den meisten Markern für oxidativen Stress, Entzündungsparametern sowie bei DNA-Strangbrüchen in Lymphozyten zu keinen nachhaltigen Zellschäden führt“, so Mag. Dr. Oliver Neubauer, Mitglied des Forschungsteams und selbst Ironman-Triathlet. Zusammen mit der Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Siegfried Knasmüller vom Institut für Krebsforschung der MedUni Wien fanden die Forscher zudem heraus, dass durch Chromosomenschädigung auftretende Fehler bei der Zellteilung von Lymphozyten (Mikrokerne) unmittelbar nach dem Ironman sogar abnehmen.

Auf den Ergebnissen der Arbeitsgruppe aufbauend, werden nun die molekularen und zellulären Mechanismen dieser akuten Stress-, Regenerations- und Adaptationsreaktionen analysiert. So untersucht Neubauer in Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern an mehreren australischen Universitäten die Regulation bestimmter Gene nach einer Ausdauerbelastung. Für seine bisherigen Forschungsergebnisse in diesem Bereich wurde Neubauer mit dem Erwin-Schrödinger-Auslandsstipendium ausgezeichnet.

 

 www.univie.ac.at/antiox/Arbeitsgruppe Emerging Field Oxidative Stress and DNA Stability

 

Neubauer, O. et al.: British Journal of Nutrition 2010; 104: 1129–38

 

Quelle: Universität Wien

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