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Foeldy 

Dr. Mario Földy
ist Arzt für Allgemeinmedizin, Sportarzt und Taucharzt in Wien, Verbandsarzt des Österreichischen Bodybuilding-Verbands ABPF, und beschäftigt sich seit über 25 Jahren mit dem Krafttraining und seinem Stellenwert in Sport, Prävention und Therapie.

 
Sportmedizin 17. November 2010

Das professionelle Pistentraining Teil 1

Der Schisport hat im Vergleich zu anderen Sportarten ein besonders komplexes Anforderungsprofil: sämtliche motorischen Beanspruchungsformen - Koordination, Flexibilität, Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer – werden, wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß, benötigt. Der Sportmediziner Dr. Mario Földy hat im Vorfeld der heurigen SportÄrzteWoche für SpringerMedizin.at ein dreiteiliges Trainingsprogramm für die bevorstehende Schisaison zusammengestellt.

Der alpine Skilauf ist eine technomotorische Sportart. Das bedeutet, dass neben der technischen Beherrschung des Sportgeräts auch sportmotorische Fähigkeiten zur Ausübung notwendig sind. Durch die Einführung und Weiterentwicklung der Carvingtechnik hat sich auch das Anforderungsprofil gewandelt und in Richtung Maximal- und Schnellkraft verschoben. Besondere Bedeutung kommt nun neben der Bein- auch der Rumpfmuskulatur zu.

 Da die zentrale Fähigkeit bei der Carvingtechnik darin besteht, den Ski durch variieren der Belastungsverteilung in der frontalen und sagittalen (von vorne nach hinten verlaufende) Ebene im Schwungverlauf exakt auf der Kante zu führen, kommt der Koordination ein hoher Stellenwert zu.

Kraft und Koordination

Ausdauer, Flexibilität und zumeist auch Schnelligkeit sind Modalitäten, die von Hobby- und Gesundheitssportlern üblicherweise ganzjährig, oder zumindest saisonal, durch Laufen, Radfahren/Mountainbiking, Gymnastik, Ballsportarten und ähnliches trainiert werden. Die für die skisportliche Leistungserbringung essentiellen sportmotorischen Fähigkeiten Kraft und Koordination kommen jedoch manchmal etwas zu kurz. Daher möchten wir Ihnen in einer dreiteiligen Serie zeigen, wie Sie mit relativ bescheidenem Trainingsaufwand von ein bis zwei mal pro Woche rund ein bis eineinhalb Stunden - fit für die Piste werden.

Teil 1: Die Koordination

Im ersten Teil beschäftigen wir uns mit dem Koordinationstraining, im zweiten Teil mit dem Kraftaufbau an der unteren Extremität, am Schluss präsentieren wir "kraftvolle" Übungen für den Rumpf.

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Viele Wege führen nach Rom - Das Wackelbrett
Es gibt zahlreiche, einfache und komplexe, Möglichkeiten, die koordinativen Fähigkeiten zu verbessern. Das "Wackelbrett" ist ein extrem effizientes Hilfsmittel, um diejenigen Fähigkeiten zu erwerben, die beim alpinen Skilauf hilfreich sind.

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Wesentlich: Die Stöcke
Da wir sportartspezifisch trainieren wollen empfiehlt es sich, die Hilfsmittel, die uns auch auf der Piste zur Verfügung stehen, in das Koordinationstraining zu integrieren: die Skistöcke. Diese werden genauso eingesetzt, wie beim Skilauf. In der Hocke knapp am Körper, in allen anderen Positionen als Balance-Hilfen.

Koordination 4

Trainiert wird am Wackelbrett vor allem die intermuskuläre Koordination, die intramuskuläre Koordination wird durch das Krafttraining verbessert.

Auch die Körperspannung als essentielle statische Komponente des Skilaufs wird geübt und kann durch das Training am Wackelbrett mental verankert werden. Neben den allseits bekannten klassischen Übungen empfiehlt es sich für den Skilauf, in tiefer Grundposition jeweils in der frontalen und in der sagittalen Ebene zuerst abwechselnd bis zu den Endpunkten (die Brettkante berührt den Boden) zu wippen...

Koordination 5

...bis man immer längere Balancephasen bewerkstelligen kann. Schafft man längere Balancephasen, dann kann man beginnen, Kniebeugen auf dem instabilen Brett zu machen, und dabei die Balance und Körperspannung weiter zu halten.

Koordination 6 Koordination 7

Fünf bis zehn Minuten Training...
...am besten zwei - bis dreimal pro Woche, verbessern erstaunlich rasch die koordinativen Fähigkeiten. Ganz Eifrige trainieren zusätzlich die tiefe Hocke gegen die Stoppuhr, Zielzeit für ambitionierte Hobbyskiläufer ist zwei Minuten, jeweils in der frontalen und in der sagittalen Ebene. 

Koordination11

Hilfreiche Hinweise
Skistöcke und Ellenbogen eng am Körper, Gesäß hoch (der Luftstrom soll erst hinter den Schi-Enden auf den Boden treffen), Zehen einrollen.

 

 

Dr.Mario Földy/red, Ärzte Woche

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