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Foto: MA 42
„Gemma raus“ ist nicht nur eine Aufforderung, sondern auch die Abkürzung für GEsundheitsfördernde MitMachAktionen für ältere FRAUen und Männer in BewegungsparkS.
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Nicht nur Kindern macht Bewegung an „Spielgeräten“ im Park Spaß. Gelegenheit dazu gibt‘s im Rudolf-Bednar-Park im 2. Wiener Gemeindebezirk.

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Geschicklichkeitsspiele fördern das Gleichgewichtsgefühl und wirken der Sturzanfälligkeit entgegen.

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Prof. Mag. Dr. Rosa Diketmüller Zentrum für Sportwissenschaft und Universitätssport, Institut für Sportwissenschaft, UniWien

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DI Rita Mayrhofer tilia, Technisches Büro für Landschaftsplanung, Wien

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Mag. Barbara Kolb Zentrum für Sportwissenschaft und Universitätssport, Institut für Sportwissenschaft, UniWien

 
Sportmedizin 21. September 2010

„Gemma raus!“

Gesundheitsfördernde Mitmach-Aktionen für ältere Frauen und Männer in Bewegungsparks.

Seit einigen Jahren bewegen sich ältere Menschen in Parks an besonderen Geräten. Wie in China, wo Bewegungsaktivitäten im öffentlichen Raum eine lange Tradition haben, werden Bewegungsparks auch in Europa gebaut. Die ersten Modellanlagen wurden hierzulande im Jahr 2002 eingerichtet, verstärkt entstehen sie seit 2007 als generationenübergreifende Konzepte, auch deshalb, weil Gerätehersteller im demographischen Wandel einen neuen Markt für spezielle Spiel- und Bewegungsgeräte sehen.

In internationalen Studien zur Bewegungsaktivität älterer Menschen sind zwar nationale Unterschiede beobachtbar, übereinstimmend zeigt sich jedoch, dass die derzeitige Generation 60+ sich vorwiegend in selbstorganisierter Form körperlich bewegt. Radfahren und Jogging zählen bei Männern zu den bevorzugten Bewegungsformen, während Nordic Walking und Gymnastikformen von Frauen favorisiert werden. Schwimmen und Wandern werden von beiden Geschlechtern häufig betrieben.

Im Projekt „Gemma raus!“, das im März 2010 in Wien gestartet wurde und von Fonds Gesundes Österreich, Sportministerium sowie Stadt Wien/MA18 gefördert wurde, wird untersucht, ob Bewegungsparks eine Möglichkeit darstellen, selbstorganisierte Bewegungsaktivitäten im Alltag älterer Menschen zu unterstützen. Auch soll die Frage geklärt werden, wie der öffentliche Raum dafür optimal gestaltet werden kann.

Empowerment für Ältere

Sportwissenschaftlerinnen und Sportwissenschaftler der Abteilung Bewegungs- und Sportpädagogik des Instituts für Sportwissenschaft der Universität Wien sowie Landschaftsplanerinnen und Landschaftsplaner von „tilia“, Technisches Büro für Landschaftsplanung, arbeiten beim Projekt „Gemma raus!“ zusammen. Das Ziel: Synergieeffekte zwischen den unterschiedlichen Expertisen zu erzielen. Verfolgt wird dabei ein settingorientierter, partizipativer und empowernder Ansatz, bei dem eventuell bestehende individuelle und infrastrukturelle Barrieren zur eigenständigen Nutzung von Bewegungsparks aufgespürt und möglichst verringert werden sollen.

In Wien gibt es derzeit sechs Bewegungsparks: Wien 19 – beim Allgemeinen Krankenhaus, 22. Bezirk – Generationenspielpark Meissnergasse, Wien 23 – Generationen-Aktiv-Park Kabelwerk, 2. Bezirk – im Rudolf-Bednar-Park, 4. Bezirk – Wilhelm-Neusser-Park und im 9. Gemeindebezirk auf der Rossauer Lände, Höhe Seegasse.

Vier dieser Anlagen werden in die wissenschaftlichen Untersuchungen einbezogen. Die Ergebnisse werden in Leitlinien für die Optimierung von Bewegungsparkanlagen einfließen.

Die Meinung der Älteren zählt

In einem ersten Schritt erprobt und bewertet ein Team älterer Menschen die Bewegungsparks. In Folge sollen Multiplikatoren sensibilisiert und weitergebildet werden sowie die Möglichkeiten von Betreuungsstrukturen in den Parks ausgelotet werden. Die erarbeiteten Leitlinien zu optimalen Angebotsformen und Strukturmaßnahmen sollen in einem dritten Schritt an „Round Tables“ mit den älteren Menschen selbst und mit politischen sowie planerischen Entscheidungsträger diskutiert und adaptiert werden.

Information verbreiten

Einen nicht zu unterschätzenden Anteil an der Entwicklung und Verankerung neuer Bewegungsaktivitäten im öffentlichen Raum hat die Öffentlichkeitsarbeit. Es fällt auf, dass ältere Menschen kaum wissen, dass es in Wien Bewegungsparks gibt. Gerade Ärztinnen und Ärzte haben eine wichtige Funktion als „Informationsdrehscheibe“ sowie als Beratungsinstanz für Bewegungsaktivitäten älterer Menschen und können auf Bewegungsparks und das Projekt „Gemma raus!“ hinweisen.

 

 http://gemmaraus.univie.ac.at

Von Mag. Barbara Kolb, DI Rita Mayrhofer und Prof. Mag. Dr. Rosa Diketmüller, Ärzte Woche 38 /2010

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