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Sportmedizin 1. Juli 2010

Auswirkungen akuter Höhenexposition: Welche Höhe ist gesundheitlich verträglich?

Natürliche und simulierte Höhenexpositionen gehen mit einer Reduktion des Sauerstoffangebotes (O2-Mangel, Hypoxie) einher und können zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen oder Notfällen führen. Obwohl Millionen von Menschen Höhenlagen besiedeln, regelmäßig oder gelegentlich Bergsport ausüben und Flugreisen unternehmen und auch immer häufiger am Arbeitsplatz, z. B. durch Brandschutzeinrichtungen, sich wiederholt in hypoxischem Ambiente aufhalten, ist nach wie vor unklar, für wen, welches Ausmaß an Sauerstoffmangel noch gesundheitsverträglich ist. Der vorliegende Beitrag versucht einen Grenzwert zu definieren. Die Literaturübersicht zeigt, dass der menschliche Organismus auch schon auf Höhen unter 2000 m oder äquivalente Hypoxie (FiO2: > 16 %) Anpassungsreaktionen zeigt, dass aber zumindest bei nicht schwerwiegend erkrankten Personen erst Höhen über 3000 m (FiO2: < 14,5 %) vermehrt zu Gesundheitsbeeinträchtigungen führen. Am ehesten sind Symptome der akuten Bergkrankheit nach einer Mindestaufenthaltsdauer von etwa 6 Stunden zu erwarten. Dies gilt auch für Kinder, ältere Personen und Schwangere. Körperliche Anstrengung und ungewohnte Umgebungsbedingungen können das Erkrankungsrisiko steigern. Auch Personen mit nicht schwerwiegenden Herzkreislauf-, Atemwegs- und Stoffwechselerkrankungen tolerieren Höhen bis etwa 3000 m gut. Allerdings sind große individuelle Unterschiede in den Hypoxiereaktionen zu erwarten. Diese können zumindest in manchen Fällen durch einen Hypoxie-Provokationstest in Tallage abgeschätzt werden. Unter Berücksichtigung eines Sicherheitspuffers werden Hö hen bis 2700 m oder FiO2-Werte bis 15 % als gesundheitsverträglich erachtet.

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