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Sportmedizin 14. Dezember 2009

Ist eine Ausübung von Sport nach einer Dynesys Operation möglich?

Die Behandlung von lumbalen degenerativen Pathologien mit dem Dynesys System (Dynamisches Neutralisations- System der Wirbelsäule) beruht auf lumbaler Stabilisierung unter Erhaltung der Facettengelenke. Um die radiologischen und klinischen Ergebnisse, insbesondere die Möglichkeit der Sportausübung nach der Operation zu erfassen, führten wir eine retrospektive Studie mit einer Nachuntersuchungszeit von mindestens 5 Jahren durch.
Fünfundsechzig konsekutive Patienten mit ein, zwei oder drei Etagen Instrumentierung wurden in diese Studie inkludiert. Indikationen zur Operation waren: Segmentale Instabilität kombiniert mit Vertebrostenose oder Revisionseingriffe bei Zustand nach Dekompression. Das mittlere Alter zum Zeitpunkt der Operation betrug 66 (38-86) Jahre, die Nachuntersuchungszeit war im Durchschnitt 79 Monate. Die Ausübung von Sport vor Beschwerdebeginn bzw. nach der Operation wurde mittels eines Fragebogens erfasst. Klinische Ergebnisse wurden mit dem Oswestry Disability Index beurteilt, die Erfassung der subjektiven Schmerzquantität des Rücken- und Beinschmerzes erfolgte mittels visueller Analogskala. Die segmentale Beweglichkeit des instrumentierten Segments und die Beweglichkeit der gesamten Lendenwirbelsäule wurden in seitlichen Funktionsaufnahmen von zwei unabhängigen Beobachtern gemessen. Zusätzlich wurden die segmentale Lordose des instrumentierten Segments und die Lordose der gesamten Lendenwirbelsäule gemessen.
56 % der Patienten, die vor Beginn der Beschwerden Sport ausübten, konnten dies ohne Beschwerden auch bei der letzten Nachuntersuchung nach der Dynesys Operation tun, 15 % konnten trotz Schmerzen Sport ausüben, 29 % konnten auf Grund der Beschwerden nicht mehr sportlich aktiv sein. Die mittleren Schmerz- und Funktionsscores verbesserten sich signifikant von präoperativ bis zur letzten Nachuntersuchung wie folgt: Rückenschmerz von 7,9 zu 3,5; Beinschmerz von 6,8 zu 3,1 und der Oswestry Disability Index von 56 % zu 26 %. Der segmentale Bewegungsumfang des instrumentierten Segments und die Beweglichkeit der gesamten Lendenwirbelsäule verringerten sich signifikant von 10,3° präoperativ auf 3,5° und von 26,7° präoperativ auf 20,8° zum Zeitpunkt der letzten Nachuntersuchung (p < 0,01). Die segmentale Lordose des instrumentierten Segments und die Lordose der gesamten Lendenwirbelsäule verringerten sich signifikant von 20,9° auf 16,8° und von 38,5° auf 34,4° zum Zeitpunkt der letzten Nachuntersuchung (p < 0.01).
Die Ergebnisse unserer Studie zeigen, dass durch eine dynamische Stabilisierung des instabilen Segmentes und mikrochirurgischer Dekompression des Wirbelkanals sowohl eine erhebliche Reduktion des Schmerzniveaus als auch eine deutliche Erhöhung der Aktivität der Patienten erzielt werden konnte. Aus unserer Studie geht klar hervor, dass die Sportausübung nach einer dynamischen Stabilisierungsoperation bei einem Großteil der Patienten (71 %) wieder möglich war. Die segmentale Beweglichkeit und die Beweglichkeit der gesamten LWS nach der dynamischen Instrumentierung ist signifikant geringer als präoperativ und prospektive Langzeituntersuchungen mit einer Vergleichsgruppe sind notwendig, um herauszuarbeiten, ob das Dynesys System eine Anschlussdegeneration der Nachbarsegmente verhindern kann.

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