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Sportmedizin 21. September 2009

Patienten in der kardiovaskulären Rehabilitation - ein Erfolg nach 16 Monaten?

Kardiologische Rehabilitation ist eine wesentliche therapeutische Maßnahme, die Patienten nach einem kardiovaskulären Ereignis die Wiedereingliederung in das Erwerbsleben, die Gesellschaft und die Familie gewährleisten soll. Die Wirksamkeit der kardiologischen Rehabilitation wurde in Bezug auf Verringerung der Mortalität und der positiven Beeinflussung kardiovaskulärer Risikofaktoren in mehreren kontrollierter Studien und in Meta-Analysen nachgewiesen.

Ziel der Untersuchung war es bei Patienten die zu einem Wiederholungsheilverfahren neuerlich aufgenommen wurden zu untersuchen, ob die Reduktion der Risikofaktoren und die Steigerung der Leistungsfähigkeit nach einer vorausgegangenen stationären Phase-II-Rehabilitation aufrechterhalten werden konnte, und inwieweit sich die medikamentöse Therapie verändert hat.

408 Patienten (60 ± 10 Jahre) wurden nach im Mittel von 488 ± 116 Tagen zu einem Wiederholungsheilverfahren aufgenommen. Beim Rehabilitationsaufenthalt mit einer mittleren Aufenthaltsdauer von 21 ± 2 Tage wurden zu Beginn und am Ende eine Ergometrie und eine Blutabnahme durchgeführt. Das Training beinhaltete 6 x wöchentliches Ergometertraining für 17 ± 4 Minuten und fünfmal wöchentliches Wandern für 45 Minuten jeweils mit 60% der maximalen Herzfrequenz. Zum Beginn des Wiederholungsheilverfahrens erfolgten eine neuerliche Ergometrie und eine Blutabnahme. Die maximale Sauerstoffaufnahme (VO2max) wurde anhand der maximalen Leistungsfähigkeit (Watt) bestimmt.

Cholesterin, LDL-Cholesterin, Trigylzeride und der Body Mass Index wurden signifikant um 12%, 19%, 19 %, und 2% gesenkt. Der Ruhe Blutdruck, die maximale Leistungsfähigkeit, die VO2max und der Abfall der Herzfrequenz in der 1. Minute nach maximaler Belastung verbesserten sich signifikant (p<0,001). Der Nüchternblutzucker blieb unverändert. Bei Aufnahme zum Wiederholungsheilverfahren zeigten die traditionellen kardiovaskulären Risikofaktoren einen signifikanten Anstieg trotz unveränderter Medikation. Die Leistungsfähigkeit war unverändert im Vergleich zur Letztuntersuchung.

In unserer retrospektiven Analyse konnte gezeigt werden, dass es im Rahmen der kardiologischen Rehabilitation zu einerseits günstigen Veränderungen der kardiovaskulären Risikofaktoren, andererseits zu einer Steigerung der Leistungsfähigkeit kommt. Eine weitere institutionelle, aber ambulante Betreuung der Patienten wäre wünschenswert, um diese für den Patienten günstigen Ergebnisse aufrecht zu erhalten.

Robert Berent, S. Duvillard, J. Auer, H. Sinzinger, P. Schmid, Sport- und Präventivmedizin 2/2009

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