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Sportmedizin 1. September 2008

Sport macht Gene fit

Ungewöhnlich starke körperliche Belastung provoziert zwar oxidativen Stress, der in der Folge aber keine nachhaltigen DNA-Schäden verursacht. Dies ist eines der Ergebnisse eines ungewöhnlichen Forschungsprojektes des Wissenschaftsfonds FWF, die nun veröffentlicht werden.

Es gibt Indizien, dass Extremsportler wie etwa Ultra-Langläufer ein erhöhtes Gesundheitsrisiko durch starken oxidativen Stress haben. Ob diese Belastung der Läufer auch die oftmals beobachteten DNA-Schädigungen verursacht, wurde nun geklärt. 42 Männer nahmen nicht nur an einem Triathlon, sondern auch an der medizinischen Studie teil. Dafür wurden zahlreiche physiologische Werte über einen Zeitraum von zwei Tagen vor bis 19 Tage nach dem Triathlon untersucht. Von diesen wurden in der Folge 24 Teilnehmer für eine Untersuchung auf DNA-Schäden herangezogen.
„Dabei konnten wir zeigen, dass es trotz des kurzfristigen Anstiegs einiger Indikatoren für oxidativen Stress während des Wettbewerbs zu keinen dauernden Schäden der DNA der Sportler kam“, berichtet Prof. Dr. Karl-Heinz Wagner, Ernährungswissenschaftler an der Universität Wien.

Unerwartetes Ergebnis

Diese Ergebnisse überraschten, denn aktuelle Studien zeigten während des Rennens einen Anstieg von DNA-Schäden bei Läufern eines Ultra-Marathons. Ebenso bei Marathonläufern gleich nach dem Rennen. Doch untersuchten diese Studien weder Wettbewerbe, bei denen die körperliche Anstrengung länger als acht Stunden dauerte, noch wurden die Daten über einen längeren Zeitraum erhoben.
Zu den scheinbaren Widersprüchen meint Mag. Stefanie Reichhold, die gemeinsam mit Mag. Oliver Neubauer das Projekt betreute: „In den vergleichbaren Studien wurden andere, v. a. kurzlebige DNA-Schäden analysiert. In unserer Studie konzentrierten wir uns vor allem auf Schädigungen der DNA, die sich nach der Zellteilung auch in Tochterzellen wiederfinden und somit zu einer nachhaltigen Beeinträchtigung des Körpers führen könnten. Unsere Studie zeigt klar, dass es zu keiner Erhöhung von DNA-Schäden durch extremen Leistungssport kam.“
Das Team um Wagner deutet dieses Ergebnis so, dass ein austrainierter Körper auf erhöhten oxidativen Stress und die damit einhergehende Gefahr von DNA-Schäden mit verstärkter Aktivierung von Gegenmechanismen reagiert. Dies können zum einen Reparaturmechanismen der DNA sein, aber auch Maßnahmen zur Bekämpfung der freien Radikale. Diese Interpretation steht im Einklang mit früheren Ergebnissen dieser Studie, die eine sehr rasche und heftige entzündliche Reaktion des Körpers während der Belastung zeigen und ein ebenso rasches Abklingen dieser physiologischen Vorgänge.

PR&D/IS

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